Stefan Körner

Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland

Der Leiter der Landesgeschäftsstelle

| 68 Kommentare

Am 21.03.2012 fasste der Landesvorstand der PIRATEN in Bayern nach reiflicher Überlegung und Abwägung aller Argumente den Beschluss, Boris Turovskiy mit der Leitung der Landesgeschäftsstelle zu beauftragen.

Kurz danach ging es rund. Wie man so jemanden damit beauftragen könne. Wir wurden agressiv angegangen, zu unserer Entscheidung Stellung zu nehmen, sollten unseren Beschluss umgehend zurücknehmen.

Noch übler aber traf es Boris. Er wurde als Nazi, Rassist und vieles mehr beschimpft.

Ich bin mir sicher, dass die wenigsten, die diesen Shitstorm mitbefeuert haben, wissen, dass Boris ein russischer Jude ist, dessen Großvater gegen die Nazis gekämpft hat und an seinen im Krieg davongetragenen Verletzungen starb.

Ich bin mir sicher, dass die wenigsten, die diesen Shitstorm mitbefeuert haben, auch nur daran dachten, mit Boris persönlich zu reden und die Situation zu klären, bevor sie wüste Beschimpfungen ins Netz setzten.

Ich bin mir sicher, dass die wenigsten, die diesen Shitstorm mitbefeuert haben, das Protokoll zum Beschluss des Landesvorstands auch nur angelesen haben – obwohl dieser Beschluss der Auslöser der Welle war.

Der Landesvorstand beauftragt Boris Turovskiy die Leitung der Landesgeschäftsstelle zu übernehmen und in dieser Funktion folgende Punkte auszuüben:
* Organisation des Betriebs der Geschäftsstelle:
** eigenständige Budgetverwaltung zur Gewährleistung eines nachhaltigen Betriebs
** Regelmäßiger Newsletter, inkl. transparenter Darstellung von Budget und Spendensituation, sowie durchgeführter und geplanter Veranstaltungen
** Planung der Raumbelegung
** Sicherstellung des Zugangs bei geplanten Veranstaltungen
** Planung der Besetzung und der tel. Erreichbarkeit während der Öffnungszeiten
** Erhaltung der Funktionstüchtigkeit der Infrastruktur (Küche, sanitäre Anlagen, EDV,…)
** Verbrauchsmittelbeschaffung (Getränke, Toilettenpapier, Büromaterial etc.)
** Vergabe von Schlüsseln und Zutrittsrechten im geplanten System
* Leitung des S71-Orga-Teams
* Organisation der Verwaltungsaufgaben für den LV und dessen nachgeordneter Verbände:
** Bearbeitung der tägl. Post und Führen eines Posteingangsbuchs, ggf. zeitnahe Weiterleitung an entsprechende Gliederungen oder Einzelpersonen
** Annahme von Telefonaten
** zeitnaher Versand von Flyern, Material etc.
* Erfahrungsaustausch mit anderen Geschäftsstellen innerhalb der Piratenpartei aber auch denen anderer Organisationen

Es geht also um die Übernahme einer ziemlich unspektakulären und mit Sicherheit auch oft undankbaren Aufgabe.

Unstrittig ist Boris jemand, der gerne provoziert und eine Meinung zu vielen politischen Fragen hat, die nicht immer mit der Parteimeinung vereinbar ist – schon gar nicht, wenn es sich um die Meinung anderer Parteien handelt. Manche seiner Äußerungen in der Vergangenheit waren dabei absolut indiskutabel, was er auch selbst einsieht, schließlich waren sie der Grund für seinen Rücktritt aus dem Kreisvorstand in München. Der Versuch, jetzt diese Äußerungen ohne jeglichen Kontext und ohne Möglichkeit zum Widerspruch dazu zu verwenden, ihn und den gesamten Landesverband Bayern als Rechtsausleger darzustellen, ist einfach uncool.

Dass viele Grüne, einschließlich des Landesvorsitzenden der bayerischen Grünen Dieter Janecek, sich an der unreflektierten Hetze gegen Boris Turovskiy via Twitter beteiligt haben, ist ebenfalls bezeichnend. So verständlich dieses Verhalten aus parteipolitischer Sicht ist, so unwürdig ist es von der menschlichen Seite her betrachtet.

Aber vielleicht findet sich ja irgendwo in den Tiefen des Webs auch ein Tweet mit einem entschuldigenden “Sry Boris…”, vielleicht ja sogar einer mit einem freundlichen “Viel Erfolg und schon mal danke für Deinen Einsatz…” Wie gesagt, vielleicht.

Sicherheitshalber mache ich das mal und sage: Boris, danke für dein Engagement und viel Erfolg bei der Leitung der Landesgeschäftsstelle!

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68 Kommentare

  1. Ich habe dem nichts hinzuzufügen und schließe mich deiner Meinung an.

    Und: “Boris, danke für dein Engagement und viel Erfolg bei der Leitung der Landesgeschäftsstelle!”

  2. Ja, kann man größtenteils so stehen lassen, bis auf einen Gesichtspunkt:
    Betroffenheit rechtfertigt keine Diskriminierung.
    Nur weil jemand Jude ist, ist das kein Persilschein für Anti-Semitismus, usw.

  3. Der Mann twittert fast täglich rechtsextreme Ausfälle in die Timeline und es gibt nicht den geringsten Grund, sich bei einem solch fanatischen PI-Leser, der auch gerne mal eine Atombombe auf den Gaza-Streifen werfen würde, zu entschuldigen. Aber viele Gründe, ihn aus einer demokratischen Partei umgehend auszuschliessen.

  4. @Aleks: Danke! Besonders da du und ich meistens unterschiedlicher Meinung sind ist dein Kommentar wichtig:)

    @sdfkkf: Natürlich darf man es nicht als Persilschein betrachten. Aber um einen Juden, dessen Familiengeschichte so aussieht wie meine, der Sympathie zum Nationalsozialismus zu bezichtigen verlangt schon handfestere Argumente als ein #mimimi, und diese wurden nie geliefert (weil es sie nicht gibt, da ich Nazis hasse!).

    Grüße,
    Boris

  5. Wo ist jetzt der Teil, wo glaubhaft erklärt wird, dass Boris den Rassismus seiner Äußerungen eingesehen, darüber reflektiert und diese Weltsicht abgelegt hat? Oder der Teil, bei dem klar gemacht wird, dass Rassisten bei den Piraten selbst dann nicht willkommen sind, wenn sie ganz fleißig unattraktive Aufgaben übernehmen? Ich dachte das wären die beiden Optionen, aber ich finde hier irgendwie nix dazu :(

  6. Selbst wenn das alles so stimmt und das alles gar nicht so gemeint war, ist es schon ein ziemlicher Griff ins Klo, wenn man ausgerechnet jemanden der ‘gerne provoziert’ und dessen Aussagen manchmal indiskutabel sind ausgerechnet ans Telefon zu setzen.
    Aber dass Boris seine Aussagen von damals wirklich bereut, glaube ich nicht. Sonst hätte er die “Empörer” auf Twitter nicht höhnisch-trotzig darauf hingewiesen, dass er mit einer Mehrheit gewählt wurde und man hinter ihm steht.
    Wenn ihr alle, die gegen Rechts sind aus der Partei jagen wollt, dann ist das natürlich die richtige Herangehensweise.

  7. “wer Jude ist, der kann kein Rassist sein” – kennst du PI-News? Ist eines von Boris Lieblingsblogs.
    Dummerweise verbindet man in Deutschland mit Rassismus immer noch automatisch Nazis, und mit Nazis Antisemitismus. Das macht sich die neue Rechte zu nutzen, in dem sie Muslime und Araber als Feindbild auswählt und sich pro-israelisch gibt. So bleiben sie unter dem Radar und kann relativ frei gegen Muslime hetzen.

    Mir wird schlecht wenn jemand, der bekannterweise mit dieser Szene auch nur sympathisiert, in der Piratenpartei in Ämter gewählt wird. Den Shitstorm habt ihr bestellt.

  8. Turovskiy wurde als Rassist bezeichnet, weil er wiederholt durch rassistische Äußerungen aufgefallen ist. Und anstatt darin mal das Problem zu erkennen, beschweren Sie sich hier über berechtigte Rassismusvorwürfe? Außerdem ist es ziemlich lächerlich zu unterstellen, die Leute wüssten nicht, dass er russischer Jude ist. Er benutzt doch genau das als Rechtfertigung für seine rassistischen Ausfälle.

  9. Sorry Sekor und Alex,
    Boris hat sich null von seinen rassistischen Äußerungen distanziert – also null ein grund ihn anders zu bewerten als vor seinem logischen Rücktritt aus dem KVvostand.
    Und den Großvater vorschicken um ihm eine reine Weste zu verschaffen ist nicht statthaft – weder kann sich der Großvater wehren noch bedeutet es für die Sozialisierung von Boris irgendwas.
    Wenn ihr euch jetzt vor das Scheinargument der Abstammung (russischer Jude) stellt sei euch nur gesagt daß ihr euch selber unglaubwürdig macht weil ihr aufgrund der Herkunft von Boris ihn bevorzugt behandelt und von Schuld lossprecht.
    Natrülich ist euch klar daß es auch rassistische Juden russicher Abstammung gibt und Boris scheint einer zu sein.
    Insofern total fail – ihr habt einfach einen menschenverachtenden Landesgeschäftsstellenleiter berufen.

  10. Zuerst. Ich habe längere persönliche Gespräche mit Boris geführt und halte ihn daher für geeignet als Leiter der LGS.
    Allerdings kann Boris kaum mit allen zu Recht empörten Menschen lange Gespräche führen. Es bedarf also einer klaren schriftlichen Stellungnahme!

    Die Argumentation hier lautet: 1.) Boris ist Jude 2.) Die Arbeit ist nicht politisch.

    Sorry, aber die veröffentlichten Tweets von ihm ließen auf ein rassistisches Menschenbild schließen. Eine Distanzierung davon sieht anders aus. m(

    Es existiert also weiterhin keine klare Distanzierung zu rechtspopulistischem Gedankengut. Weder vom LaVo, noch von Boris.
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  11. Zum oben angesprochenen Thema “unreflektierte Hetze”, hier ein paar Tweets von Boris aus den letzen Wochen (Liste könnte beliebig fortgesetzt werden):

    19.03.2012 01:09:59
    Heute gebasht: {Linke, Antifa, FSF, Konservenw%chser, Christfundamentale} Idioten – hab ich noch wen vergessen?:)

    02.03.2012 21:13:26
    Die überzeugten “Nazijäger” unter den Piraten nerven. Wobei OK, das haben sie doch schon immer getan. #organspende #antifa #idioten

    18.02.2012 18:35:33
    @… Das linke Pack nervt mich auch ungeheuer, hat mit der debatte um gründungsthemen zu tun.

    Sry Stefan, aber in einer Partei, wie ich sie mir wünsche, bekommt so jemand einfach kein politisches Amt.

  12. Puh, das ist ein harter Klops. Wie kann ich denn nun noch ruhigen Gewissens auf der FDP rumhacken und den Schuldensyrtaki anprangern, wenn Menschen wie Boris in der eigenen Partei einfach weitermachen dürfen? Rechtsliberal ist okay, ich stehe auf politische Vielfalt. Aber eine klare Abgrenzung vom Antisemitismus fehlt, da hilft auch nicht, dass der Opa im Krieg gefallen ist.

    Indiskutable Aussagen musst du dir in Zukunft verkneifen lieber Boris. Am besten distanzierst du dich auch von den anderen Aussagen nochmal klar und deutlich – dann ist der Weg zur “2. Chance” frei.

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  13. Pingback: PirateFeed

  14. Dieser Tweet ist dann wohl sowas wie ein Hausverbot für mich in der LGS Bayern. Schade.

    “Achja, Mirco, ich lehne Gewalt ab. Für dich mach ich aber eine Ausnahme :)” – Boris @Tur_Bor Turovskiy

    • Nein, das Erteilen von Hausverboten gehört nicht zu den Aufgaben. Es besteht also an dieser Stelle keine Gefahr. Davon abgesehen, ist da am Ende seines Tweets kein Smiley? ;-)

  15. unabhängig ob er nun rassistisch, antisemitisch, … ist. ich will weder seine timeline lesen, noch mit ihm arbeiten, erst recht traue ich ihm nicht die betreuung einer landesgeschäftsstelle zu. ja, ich halte ihn für untragbar. es mag sein, dass man sowas als partei aushalten muss, ich will es nicht.

    ich sehe auch nicht, dass boris versucht auch nur irgendwas an seiner art zu verändern. da steckt soviel hass in dieser timeline, da wird mir schlecht. schlecht im sinne von traurig, enttäuschend.

    keine ahnung welche einstellung boris teilt. er(!!!) tut aber viel dafür, dass er so verstanden wird. vielleicht ist er kein rassist, ein menschenfreund ist er definitiv nicht. ich bekomme ehr das gefühl, es gibt genügend die er einfach nur hasst. :(

    ein trauriges boxi.

  16. Landesvorstände, die Menschen mit rassistischen Positionen decken und verteidigen, machen diese Positionen populär und tragen dafür volle Verantwortung.

  17. Soso, rassistisches und menschenverachtendes Gedankengut, tagtäglich zuhauf geäußert – was eine Entschuldigung mal so richtig glaubwürdig macht – ist also lt. dem Landesverband Bayern der Piraten ganz töfte wenn es vom Richtigen geäußert wird. Schließlich ist derjenige, der dies verbreitet ja russischer Jude, seine Eltern waren ganz tolle Menschen, und man hätte ein Protokoll lesen sollen bevor man den Rassist einen Rassist nennt und außerdem leistet derjenige ja so richtig gute und viel Arbeit (was ich weder beurteilen kann noch werde). Chapeau und Glückwunsch, wer sich nicht mit menschenverachtendem Gedankengut gemein machen möchte ist also bis auf weiteres gezwungen die Landesgeschäftsstelle und den Landesverband samt der Mitarbeit darin zu meiden. Vielen Dank dafür

  18. Ohne mich näher mit Boris oder den Vorwürfen beschäftigt zu haben, muss ich sagen dass dieser Artikel sich zwar nett liest, aber wie bereits mehrfach gesagt keineswegs auf die anscheinend vorhandenen Vorwürfe eingeht und somit am Thema vorbeidiskutiert.
    Vielleicht wäre da ein entsprechender Text von Boris eher geeignet, die Gemüter zu besänftigen.

  19. @Sekor: Sorry, aber das ist ganz schön dünn. Boris’ Familiengeschichte ist nicht geeignet um seine Äußerungen zu relativieren. Eine umgekehrte Familienkonstellation macht ja noch niemanden zum Nazi. Sag doch einfach, dass ihr Boris als LGS-Leiter wollt, egal was er sonst so sagt. Der Shitstorm ist damit aber auch gleich mitbestellt, soviel sollte doch langsam klar sein bei den Piraten.

    @Boris: Ich halte dich nicht für einen Nazi, auch nicht für einen Rassisten. Aber bei mir kommst du an als misanthropisch veranlagter (Rechts)-Liberaler, der mitunter scheinbar(?) äußerst unreflektierte Aussagen zu Protokoll gibt und bei Kritik sich lieber aufs öffentliche Provozieren und Trollen verlegt als einfach mal eine klare Ansage zu machen. Mag sein, dass ich dir da unrecht tue und du außerhalb vom Internet ganz anders bist, aber das Bild gibst du für mich in der Internet-Öffentlichkeit ab.
    Damit meine ich nicht, dass du jedem der dich auf unterem Stammtischniveau angeht, zum Kaffee einladen sollst. Aber es gibt genug Piraten, die imho verständlicherweise ein Problem mit einem Teil deiner politischen Ansichten und Aussagen haben und das auch vernünftig formulieren und gern eine Antwort hätten. Deine Ansagen á la “Ich bin kein Rassist weil ich keiner bin” reichen dann eben nicht, um so eine Debatte sinnvoll zu führen. Und es können beim besten Willen nicht alle mit dir ein ausführliches Gespräch führen, soviel Zeit hast du mit dem Job als LGS-Leiter nicht.

    Du hast dich (zu Recht) beklagt, dass die Debatte nur über dich aber nicht mit dir erfolgt. Dann bitte ich dich einfach mal deinen Standpunkt hier oder in deinem Blog darzulegen und nicht immer nur Trolltweets zum Thema abzusetzen (dein Kommentar weiter oben ist da noch zu substanzlos). Das halte ich für reichlich spätpubertär und ist als Sozialverhalten des LGS-Leiters ein bisschen dünne. Du stehst mit dem Job nun mal mehr in der (Partei)-Öffentlichkeit als Pirat XY aus Hinterposemuckel also erwarte ich auch dass du dein Verhalten dem anpasst. So eine Partei ist nämlich immer noch ein Teamprojekt und das hier spaltet grade massiv.
    Und ich habe auch keinen Bock mehr mir auf Infoständen den Mund fusselig zu reden, dass wir hier kein Hort für Spinner sind (so kommt sowas nämlich außen gern an) sondern sinnvolle Politik machen wollen.

  20. Hmhm.

    “19.03.2012 01:09:59
    Heute gebasht: {Linke, Antifa, FSF, Konservenw%chser, Christfundamentale} Idioten – hab ich noch wen vergessen?:)”

    Ich wußte gar nicht, daß Linke, Antifa, der Fäöische Fußballbund, Konservenwachser und Christfundamentale Idioten eine eigene Rasse sind. (Bitte erklär’s mir, Boris… Insbesondere das mit dem Färöischen Fußballbund. Ich habs zwar schon immer geahnt, aber ich brauch das nochmal genauer.)

    Darüber hinaus wundert mich, daß die allseits und insbesondere bei Piraten so beliebte Meinungsfreiheit wohl für alle möglichen Leute gilt, aber offenbar nicht für Boris.

    Seid Ihr so feige, daß Ihr Meinungen nicht gelten lassen könnt, sobald Ihr meint, daß es dem Erfolg oder dem Ansehen unserer Partei schaden könnte?

    Seid Ihr so kurzsichtig, daß ihr glaubt, daß Boris allen Ernstes eine auf den Gazastreifen abgeworfene Atombombe gutheißen könnte? DENKT Ihr überhaupt mal nach? Nein, Ihr DENKT nicht darüber nach, daß ein iranischer Atomschlag nicht nur Israel, sondern auch die Westbank, den Gazastreifen und die benachbarten Länder treffen und auslöschen dürfte.

    Und ja, die lieben Antifas gerieren sich als Antisemiten, unter anderem hierbei: http://www.tagesspiegel.de/kultur/israel-film-blockiert-antifas-als-antisemiten/1636772.html

    Ihr DENKT nicht. Ihr kuschelt Euch in das behagliche Gefühlchen ein, daß gerade Ihr als Deutsche super-duper beurteilen könnt, wie sich der Jude gefälligst zu fühlen hat, meint, ihn maßregeln zu müssen, wenn ihn der Frust überkommt und er sich bitteschön nicht öffentlich Luft verschaffen sollte, ganz egal, wie offensichtlich sein schwarzer Humor ist, mit dem er das tut.

    Ihr interpretiert in seine Aussagen einfach nur rein, was Euch grade in den Kram paßt und gefallt Euch in der Rolle der Zuchtmeister:

    “Nur weil jemand Jude ist, ist das kein Persilschein für Anti-Semitismus”

    “Der Mann twittert fast täglich rechtsextreme Ausfälle in die Timeline und es gibt nicht den geringsten Grund, sich bei einem solch fanatischen PI-Leser, der auch gerne mal eine Atombombe auf den Gaza-Streifen werfen würde, zu entschuldigen. Aber viele Gründe, ihn aus einer demokratischen Partei umgehend auszuschliessen.”

    “Wo ist jetzt der Teil, wo glaubhaft erklärt wird, dass Boris den Rassismus seiner Äußerungen eingesehen, darüber reflektiert und diese Weltsicht abgelegt hat?”

    “Indiskutable Aussagen musst du dir in Zukunft verkneifen lieber Boris”

    “Es existiert also weiterhin keine klare Distanzierung zu rechtspopulistischem Gedankengut.”

    Wie GUT Ihr doch seid.

    Niemand muß sich von Dingen distanzieren, denen er nicht nahesteht. Wer Boris mißverstehen will, wird das auch weiterhin tun. Über die Gründe für ein solches Verhalten – EUER Verhalten – kann man nur spekulieren. Möglicherweise sollten einige von den Rassismus-Schreiern mal darüber nachdenken, wie es um ihren eigenen Rassismus bestellt ist.

  21. Pingback: Gelassenheit durch Kompetenz

  22. Dass Boris irgendetwas nun anders sieht, teilt sich eher weniger mit. Insofern nehme ich mir die Freiheit, das anzuzweifeln.

    Dass er russischer Jude ist, ist bei diesen Äußerungen zudem völlig unerheblich. Angehöriger einer diskriminierten Minderheit zu sein, führt nicht automatisch dazu, selbst nicht zu diskriminieren. Es entschuldigt auch nichts in dieser Hinsicht. Also packt mal die Judentums-Keule schön wieder ein, die funktioniert hier nämlich nicht.

    Anne Alter, Judaistin (im Klartext: Mir könnt Ihr zu diesem Thema diesen Quark nicht andrehen)

  23. Manchmal schämt man sich für den Parteiausweis, den man in der Tasche trägt… Da ist Cliquenwirtschaft wohl wichtiger als moralische Integrität und Außenwirkung. Daher: Entweder schnell entsorgen oder zurücktreten…

  24. Also jetzt mal Tacheles:

    1. Ja, die Aussagen waren politisch uncool. Macht man nicht. Weiss Boris auch.

    2. Boris ist aber einer der Wenigen, der wahre rechte Gefahr bestens analysiert und kritisiert. Seine Aussagen auf den Mailinglisten sollte man in dieser Diskussion beherzigen. Er ist maximal ein Störer, und genau das wollen wir in der Piratenpartei. Störer beleben Debatten und das wird hier wieder getan: Sieg für die Basisdemokratie… Je mehr Shitstorm, desto mehr gelebte Demokratie: Klasse.
    Aber irgendwann sollte man vernünftige Fakten nicht ignorieren… Boris ist, wie erwähnt, der Schnellste, wenn es darum geht rechte Verschwörungstheorien in den Mailinglisten als Solche zu entlarven, und das hat hier noch niemand erwähnt. Also an alle Altstalinisten und Grüne, die meinen mit Dreck werfen zu müssen: Boris war politisch unkorrekt, hat seinen Fehler schon lange zuvor eingestanden und sich damals schon zurückgezogen. Jetzt hier diesen Shitstorm loszutreten ist nicht gerecht, und auch populistisch, da er nur darauf anspielt die German Angst anzusprechen. Deswegen stelle ich mich komplett hinter Boris.

    Hier ein Comment von ihm aus einer Mail im Februar zu einem wahren Nazi, der wieder anfing die Rothschildverschwörung als Quelle allen Übels der armen Germanen zu verkaufen:
    Am 2. Februar 2012 01:47 schrieb Boris T:
    Rechte Verschwörungstheoretiker -> Tonne. Aber schnell.

    3. Die ganze Debatte ist sowas von aufgeblasen…
    Ein Landesgeschäftstellenleiter ist keine Schlüsselstelle in der Piratenpartei! Auch wenn er für die Geschäftsstelle einen Schlüssel hat…

    4. Kommt mal alle runter jetzt… Oder kommt zum Stammtisch und unterhaltet euch mit dem Teufel Boris… Aber hier den Internet-Cowboy für Recht und Ordnung zu spielen macht die Debatte ultralächerlich und ist entlarvendes, kindisches Gutmenschentum.

    5. Boris ist auch nicht Rechts-Liberal. Er ist schlicht: Ein zynischer Provokateur. Das macht ihn für unser Außenbild gefährlich, aber ich bin heilfroh ihn an Board zu haben, da ich seine Vernunft durchaus kenne und schätze. Ich bin auch der Meinung, dass Jeder, der seine Mitmenschen mit Respekt behandelt (Und das hat Boris zu jeder Minute, die ich mit ihm verbracht habe, getan), Aussagen tätigen darf solange er nicht hetzt. Das tut Boris nie, viel zu locker der Typ.
    Er argumentiert halt knackig und vielleicht auch trotzig, aber er ist in jeder Hinsicht ein Gewinn für jede Debatte. Ich würde ihn auch jederzeit wieder in ein Amt wählen, so sehr vertraue ich seiner Vernunft.

    Mein Tipp also an alle, die empört sind: Stock aus dem Arsch => vorbeikommen => reden => Ruhe.

    Ciao

  25. Wenn jemand stark rechte Ansichten vertritt und die Partei spaltet, sollte man ihn zumindest nicht zum Leiter der Geschäftsstelle machen, auch wenn er das Vertrauen der Parteispitze genießt (was wirft das eig. für ein Licht auf uns?!) Dieses Amt ist sehr wohl politisch.

    Gleichwohl sollte man ihn aber auch nicht aus der Partei werfen, sondern sein verqueres Menschenbild vernünftig zerpflücken.

    Wichtig dabei: Gegen Ideologien, nicht gegen Menschen.

    Das ist ein gutes Training dafür wie wir grundsätzlich mit solchen Einstellungen und Phrasen umgehen, denn sowas ist kein Einzelfall, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem.

  26. Liebe Nadine, wenn Du jemanden deswegen kritisierst, weil er, wie Du schreibst “GUT” ist, dann ist das extrem dünne und ganz nahe an dem täglichen Rassismus, der von der Hetzseite PI serviert wird.

    Der gute Boris schreibt andauernd gegen die Antifa na, aber nie etwas gegen nazis. Er unterstellt der Antifa(!) sogar strukturelle Nähe zum Antisemitismus. Es geht also nicht um irwelche Distanzierungen von irgendwas, es geht darum, dass man so jemanden kein Amt in einer Partei gibt.

  27. Es gibt tausende Piraten in eurem Verband, und ihr müsst das Amt ausgerechnet mit einem Vollpfosten besetzen, der PI liest, Broder toll findet und dauernd gegen die Antifa hetzt? Der muss ja gut schleimen können …

  28. “Liebe Nadine, wenn Du jemanden deswegen kritisierst, weil er, wie Du schreibst “GUT” ist, dann ist das extrem dünne und ganz nahe an dem täglichen Rassismus, der von der Hetzseite PI serviert wird.”

    Hast Du echt bloß den einen Satz gelesen? Reife Leistung. Solltest Du Dich noch dazu durchringen, den Satz im Kontext und mit all den Zitaten zu lesen, würde Dir vermutlich die Selbstgefälligkeit der Zitierten ins Auge stechen. Das Oberlehrerhafte. “Dududu, böser Boris.”, “Wenn Du nicht abschwörst, haben wir Dich nicht mehr lieb.”, “Schmeißt ihn endlich raus!!11elf”

    Ja, das ist GUT. So GUT, daß ich kotzen könnte.

    “Der gute Boris schreibt andauernd gegen die Antifa na, aber nie etwas gegen nazis.”

    Erklär mir doch bitteschön mal langsam und ausführlich, wieso ein Jude in jedem seiner Tweets extra erwähnen müßte, wie scheiße er unsere minder bis schwer nationalsozialistisch angestunkenen Mitbürger findet.

    “Er unterstellt der Antifa(!) sogar strukturelle Nähe zum Antisemitismus.”

    Joh. Nennt sich “linker Antisemitismus”, ist nachgewiesenerweise vorhanden, schimpft sich auch “Antizionismus” oder “Israelkritik”, stinkt nicht weniger widerlich als “rechter Antisemitismus”, war schon zu Zeiten der RAF längst im Umlauf und auch ich durfte ihn einige Male höchstpersönlich mitkriegen.

    Wieso sollte es sowas nicht geben? Außer in gewissen, rosaroten Plüschtraumwelten, in denen NUR DIE NAZIS Antisemiten sein können, mein ich…

    Aber selbst Du scheinst dazuzulernen. Mittlerweile willst Du Boris nicht mehr aus der Partei, sondern nur noch aus seinem Amt kegeln. Wenn das mal kein Fortschritt ist…

  29. “Joh. Nennt sich “linker Antisemitismus”, ist nachgewiesenerweise vorhanden, schimpft sich auch “Antizionismus” oder “Israelkritik”, stinkt nicht weniger widerlich als “rechter Antisemitismus”, war schon zu Zeiten der RAF längst im Umlauf und auch ich durfte ihn einige Male höchstpersönlich mitkriegen.”

    Bestätigst du gerade das Vorurteil, dass “jegliche Israelkritik” immer reflexartig als Antisemitismus dargestellt und gebrandmarkt wird?
    Es muss dann wohl vermutlich an meinem Opa bei der Wehrmacht liegen, dass ich in den olivehainniederwalzenden Panzern die Selbstverteidigung immer nicht entdecken kann.

    Naja, viel Spass mit eurem PI-Troll.

  30. Genau, Nadine, Auschwitz und die SS waren ja auch links und Hitler Sozialist und so weiter und so weiter… Auch wenn das bei Dir vermutlich überhaupt gar keinen Sinn hat, Rassismus ist der (<-kusiv) elementare Grundbaustein der nationalsozialistischen "Weltanschauung".

    Dass sich Rassismus durch sämtliche Gesellschaftsschichten mehr oder weniger zieht, ist klar. Aber ausgerechnet der Antifa, deren Engagement das ausfüllt, was eigentlich Sache der Politik, Polizei und Justiz wäre, nämlich Nazis zu stellen und über Faschismus aufzuklären, ausgerechnet der "Antisemitismus" zu unterstellen, ist nicht nur völlig absurd, sondern einfach eine glatte Tatsachenverdrehung.

    Im übrigen lässt Dein herablassender Schreibstil und Deine löchrige Argumentationskette auf etwas mehr als nur "Nähe" zur PI schliessen.

  31. @Glamypunk die DDR hatte ein massives Naziproblem in den eigenen Reihen. In der BRD gab es wenigstens eine Ohrfeige von Frau Klarsfeld, aber in der DDR war das natürlich unmöglich, weil per Definition die DDR links war. Die SED und die Stasi samt den Jugendverbänden haben ihre Ex-Nazis die halt jetzt einem anderen Terrorregime angehörten wunderbar gedeckt. Die Antifa deckt den Rassismus und die Menschenverachtung in den eigenen Reihen nicht auf, weil sie in ihrem glorreichen Kampf gegen den Faschissmus blind sind, was ihre eigenen Reihen anbelangt. Sie definieren sich als gut und die Guten können ja nicht böse sein. Doch die Bösen sind auch unter Ihnen und je mehr sie auf die anderen zeigen und schlagen können, desto besser fühlen sie sich. Besser sind sie dadurch keineswegs. Was der jetzige Shitstorm gegen Boris anbelangt, ist jeder der meint da die Atombombe vom letzten Jahr ausgraben zu müssen, weswegen Boris ja zurückgetreten ist, wegen dem gleichen Shitstorm, der jetzt nur eine Wiederholung des letztjährigen ist, ein unverbesserlicher Idiot, der menschenverachtend treten will.

  32. Wenn ich gewollt hätte, mit Nazis, die es geil macht, auf Minderheiten rumzutrampeln, in einer Partei zu sein, wäre ich der Union oder der FDP beigetreten. Mit Leuten wie Boris Turovskiy will ich nicht in Verbindung gebracht werden.

  33. @Glamypunk: Sorry, du hast das Problem immer noch nicht kapiert. Es ist ja genau das Tragische, dass Menschen, die sich “Antifaschisten” nennen, mit offenkundig antisemitischen Parolen auf die Straße gehen. Von Nazis erwartet man es, wenn aber ein “Antifaschist” einen “Juden sind ein Tätervolk”-Transparant hochhält läuft etwas schief, aber GEWALTIG.

    Boris

  34. Pingback: Politblogger » Womit ‘Piraten’ wieder einmal kein Problem haben

  35. @Inernetter vom 28. März 2012 um 17:31:

    Antizionismus ist keine Kritik, lieber Internetter. Das sagt doch schon der Begriff. “Anti” heißt: *dagegen*. Und Zionismus heißt… na? Richtig. Zionismus bedeutet: Die Existenz des jüdischen selbstbestimmten Staates. Der Antizionismus ist eine bestimmte Haltung zum jüdischen Staat, der von Antizionisten mehr abgelehnt wird, als die restlichen Staaten der Erde. Er ist ein umformulierter Antisemitismus.

    Zu “Israelkritik”: Wenn “Israelkritik” ausschließlich mit einer entsprechenden Anti-Israel-Attitüde einhergeht, dann handelt es sich auch nicht mehr um Kritik, sondern um eine Ansammlung von Argumenten *gegen* Israel. Die Tatsache, dass “engagierte Israelkritiker” permanent sämtliche Argumente *für* Israel ignorieren oder herunterreden, führt zum zwingenden Schluss, dass das *dagegensein* zuerst da war, und erst danach die “Kritik” als Propagandaform genutzt wird, um dem “Gegen Israel”-Sentiment eine scheinrationale Grundlage zu geben.

    Kritiker, die nicht einseitig “Anti” sind, kommen überhaupt nicht auf die Idee, antisemitische Tendenzen in der Hamas oder im iranischen Regime(die man beide als klerikalausformung des Rechtsextremismus verstehen kann) zu verharmlosen. Kritiker, die nicht einseitig “Anti” sind, könnten sogar auf die Idee kommen, dass der Staat Israel an gewissen Stellen *zu* *wenig* für den Schutz seiner Bürger unternimmt. Aber auch hier käme es noch auf die Haltung an, denn letztlich ist Israel ein souveräner Staat mit einem Staatsvolk, einem Parlament, einem funktionierenden Staatswesen usw. – kann also alle Belange selbstbestimmt regeln und entscheiden. Wenn eine Regierung in Israel einen Rat braucht, wird sie schon danach fragen.

    Zum anderen:
    Dass es seit einigen Jahren eine aufgesetzte ‘Israelfreundlichkeit’, quasi als selbstausgestellten Persilschein, im modernen Rechtsextremismus Europas gibt(z.B. bei PI, Vlaams Blok, FPÖ, etc.), bedeutet nicht, dass Israelfreundlichkeit neuerdings rechtsextrem ist. Ein solcher Fehlschluss würde vermutlich in die Kategorie ‘sekundärer Antisemitismus’ fallen.

    Wenn man genauer hinsieht, dann erfährt man zudem, dass Anders Breivik, der eigentlich die wesentlichen Punkte von PI, FPÖ usw. zusammengetragen hat, selbst Antisemit ist. Etwa, wenn er in seinem Manifest schreibt, Europa habe mit Ausnahme von Frankreich und England kein “Judenproblem” mehr, die USA hingegen schon. Oder wenn er schreibt, dass er gerne 75% der heutigen europäischen Juden tot sehen würde, weil sie nicht “National” genug gesinnt seien – das gleiche wünscht er laut seinem “Manifest” 50% der israelischen Juden.

    Ich hege nach dem, was ich bisher weiß, ebenfalls Kritik an TurBors Äußerungen. Die Kritik betrifft jedoch nicht die Positionierung zu Israel, die ich teile, sondern andere Dinge. Zum einen der angeschlagene Ton, den ich zumindest in Tweetform(keine Ahnung, wie es in einem Gespräch rübergebracht würde) reichlich schroff und undifferenziert finde, aber noch unter “Kunstfreiheit” einordne(zumal ich auf manches ähnlich reagiere). Daneben aber entstand während des Shitstorms ein besonderer Eindruck, nämlich der, dass Aussagen der Art, wie sie von einem gewissen “Stürzenberger” oder von einem “Mannheimer” stammen könnten, und mit einem “Türken raus” auf den Punkt gebracht sind, die Haltung TurBors widerspiegeln.

    Dem ist aber bei näherer Betrachtung offensichtlich nicht so. Jedem weiteren Kommentator bitte ich, zunächst das hier zu lesen und einmal darüber nachzudenken:

    http://turbor.tumblr.com/post/15573511174/zwischen-breivik-und-bin-laden

    In ausführlicheren Statements konnte ich bisher nichts finden, was dem entspricht, was im Allgemeinen unter Rechtspopulismus verstanden wird. Das ist noch nicht einmal PI-Kompatibel, sondern steht in Distanz dazu – allerdings bei leichter Verklärung der ideologischen Herkunft des PI-Gewäschs. Der Diskurs, den TurBor “konservativen Islamhassern” zuschreibt, ist kein konservativer Diskurs. Er entspringt, was Inhalt und beabsichtigte Politische Konsequenzen angeht, dem zeitgenössischen Rechtsextremismus. Liberale Kritik fand auf PI – abgesehen von ein paar Worthülsen wie “Freiheit”, usw. nicht statt. Auch bin ich nicht der Meinung, dass liberale oder linke Religionskritik am Islam vorsätzlich mit dem Rechtsextremismus gleichgesetzt wird(Islamisten bilden hier die Ausnahme, sie verbitten sich jegliche kritische Betrachtung). Vielmehr ist es Methode im rechtsextremen Diskurs geworden, Worte und Argumente zu verwenden, die dem linken und liberalen Diskurs entspringen – um unverfänglich zu wirken. Freilich werden von den Rechten jedoch völlig andere Forderungen erhoben, nämlich jene, die zum Begriff “Ethnopluralismus” passen. Eine ähnliche Diskursstrategie des Rechtsextremismus ist auch von Querfrontbestrebungen bezüglich Israel und den USA bekannt(->Elsässer, “Infokrieger”, etc.).

  36. Genauso läuft übrigens etwas schief wenn man anfängt, Städte “Nazi-Frei” machen zu wollen.
    s. hier (das pinke Plakat):

    http://www.linksjugend-solid-nrw.de/antifasieg

    Ich habe da eine super Idee zur Endlösung der Nazi-Frage: Wir nehmen die einfach alle und schicken die in Konzentrationslager. NOT!

    Was das Amt angeht: Die Leitung einer Geschäftsstelle ist politisch. Wenn die nicht politisch ist, dann ist kein Amt mehr politisch.

  37. Zitat von Wolfgang: “Boris ist auch nicht Rechts-Liberal. Er ist schlicht: Ein zynischer Provokateur.”

    Glaube ich sofort. Aber wenn das als der geeignete Umgangston für den LGS-Leiter wahrgenommen wird, finde ich es das ziemlich traurig für die Partei. Boris kann von mir aus sein wie er will, ich kann auch mit seinen Trolltweets leben in seiner “Funktion” als Pirat.
    Aber der LGS-Leiter ist nun mal nicht irgendso ein Pirat und auch nicht unwichtig für die restlichen bayerischen Piraten, weil er eben Ansprechpartner in der LGS ist. Da ist es wurscht ob das Amt nun politisch ist oder nicht.
    Ich bleibe dabei: Wer in der (Partei)-Öffentlichkeit steht, soll sich gefälligst mit seiner Außenwahrnehmung auseinandersetzen. Zynismus ist ab einem bestimmten Punkt unangebracht. Und das hat überhaupt nix mit politischen Ansichten zu tun.

    Und wenn Sekor dann nichts anderes mehr einfällt als Boris als “Hausmeister” (so zitiert bei Stadler) zu bezeichnen, dann finde ich das armselig bezogen auf Sekor und die Partei. Und traurig für Boris, denn sein Job ist mehr als Hausmeister. Definitiv. Oder die Jobbeschreibung lügt.

    P.S. Antisemiten sind Arschlöcher egal was sie sonst noch denken.

    P.P.S. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, rede ich auch gern mit Boris. Aber München ist ein bissen zu weit weg um mal eben vorbeizukommen.

  38. @Ghodly: Städte nazifrei zu machen, ist völlig legitim und sollte unser aller Anspruch sein.

    @Boris: Das Transparent war wohl kaum auf einer Antifa-Demo zu sehen. ich gewinne langsam den Eindruck, dass Du Antifa mit Antiimp gleichsetzt. Das gibt da aber Unterschiede.

  39. Pingback: Alles in Lot auf dem Boot? Alles in Butter auf dem Kutter? Eine Nachlese zu Saarland-Wahl und Piraten - Grüne Kraft für Europa - Wolfgang G. Wettach – http://gruene.wettach.org

  40. @Arnold: was die DDR jetzt mit der Antifa zu tun haben soll, das ist mir völlig schleierhaft.

  41. @Spinni

    Also ich garantiere dir, dass Boris in der Öffentlichkeit und im Gespräch mit einem interessierten Besucher der LGS niemals unangebrachte Aussagen von sich lassen wird. Maximal frech, aber so derbe, wie es online in Textform natürlich rüberkommt wird er es nicht bringen. So gut wie niemand tut das doch… selbst der größte Online-Nazi würde sich hüten dort ein schlechtes Bild als LGS-Leiter abzugeben, oder meint ihr ernsthaft jemand würde in der Parteizentrale die Besucher mit Hiltergruß empfangen? Ihr müsst da oben im Norden ein wirklich hartes Bild von Bayern haben.
    Ich finde das ist alles extrem wirr und angstgetrieben…
    Habt ihr online nicht oft das Verlangen zu trollen? Also ich habe das oft und gerade diese Streitkultur will ich doch in der realen Welt ein stückweit etablieren, ich bin froh um jede demokratische Debatte. Wenn diese Debatten dann eben genau von solchen Störern ausgelöst werden: Super. Noch einfacher geht es nicht.

    Hier habe ich noch eine Email von Boris aus den Mailinglisten, die seine Einstellung zu Rechtsradikalen durchaus unterstreicht, die Wortwahl ist halt Boris-typisch:

    >Boris T. 21. Feb.
    >an allgemeine
    >Hi Lars,
    >
    >auf den ersten Blick ist das ein gewöhnlicher Meckertroll, dazu noch ein ungeübter. Diagonal durchlesen, lachen, wegschmeißen.
    >Wenn du diese Person kennst und sie nicht komplett blöd ist kannst du versuchen irgendwas zu erklären.
    >Der Spruch mit der “Zionistenbrut” lässt vermuten, dass es sich außerdem auch noch um ein Nazi-Arschloch handelt. Erklärungen
    >sind deswegen sinnlos und überflüssig.
    >
    >Grüße,
    >Boris

    Wir haben diesen ganzen Shitstorm natürlich vorhergesehen(wie damals bei der #Emmaverbrennung auch), auch wenn wir Südpiraten nicht für ganz dicht gehalten werden, aber ein bisschen Grips und Vorraussicht sind durchaus vorhanden…
    Wir standen bei einem der letzten Stammtische draussen und wir suchten wirklich verzweifelt einen LGS-Leiter… Nur Boris bot sich an und prophezeite: “Das gibt einen übelsten Shitstorm wenn ich das mache.”
    Es läuft also alles transparent und durchgesprochen hier und wir sind uns bewusst, dass diverse Entscheidungen Folgen haben können. Wir nehmen es halt jedes Mal in Kauf mit Scheisse bedeckt zu werden, weil wir Chancen geben gute Arbeit zu leisten und sich dadurch zu bewähren.
    Aber in Folge dessen darf selbst ich mir dann wieder an den Kopf werfen lassen ich wäre der Obernazi weil ich anscheinend Bücher verbrennen cool finde: Lügen auf dem Niveau der Bildzeitung des letzten Jahrtausends von Internet-Cowboys wie @ekelias. Als ob es jemals um Bücher ging… hauptsache die Bild-Überschrift für den peinlichen Manga-Twitterauftritt und die anschließende präpubertäre Hetzjagd steht. Diese Onlinehetzjagden und diese Verleumdungen sind in meinen Augen das eigentlich Bedenkliche, soetwas empfinde ich als faschistisches Handeln, den ersten wahren Schritt zu einem seltsamen Verständnis zwischenmenschlichen Meinungsaustauschs: Mehrheiten sammeln und auf Minderheiten schicken mit Verleumdung und billigster Polemik. Bietet sich ja auch an, die Minderheiten kriegen aufgrund der Verleumdungen keine Sympathie. Ist ja Gott sei dank noch hip jeden Verdacht auf rechtes Gedankengut mit einem 100000000 gegen 1 zu rechtfertigen. Raus aus dem Amt, ab an die Wand, Scheiss auf die Wahrheit, trifft schon nicht den Falschen.
    Dieses Verhalten bietet keinen Raum für Vernunft oder sinnvollen Diskurs und diese Lawinen werden aus dem Nichts losgetreten aufgrund von Fliegenschiss.
    Wie soll das auch konstruktiv gehen mit 140 Zeichen?
    Oder in anonymen Blogs quer über den Globus verteilt?
    Ist das dann die hochgelobte digitale Demokratie für die diese Partei steht?
    In der man ohne Hirn und Verstand eine Diffamierung nach der Nächsten startet?
    Und wenn ich sehe, dass solche Kleingeister von der selbsternannten Führungsriege in Berlin fleißig retweetet werden mit viel lol und rofl, zusätzlich wir Oberbayern mal wieder pauschal als depperte Deppen abgekanzelt werden: “@RealDeuterium: und da denkt man es geht nicht schlimmer kommt irgendwo ein Oberbayer daher. Danke für euren antiwahlkampf ihr depperten Deppen.” dann frage ich mich: Was will ich in dieser Partei? Wieso reisse ich mir für diese Partei den Arsch auf? Schreibe Anträge, werfe mich in Kandidaturen, verschwende meinen Urlaub, versuche etwas zu ändern, damit die Zukunft nicht so düster aussieht, gerade in Bayern? Warum?
    Habe ich Bock darauf für jeden noch so kleinen Fehltritt schlimmer zerlegt zu werden, als ein Christian Wulff, über den man nur nette Witzchen tweetet um pubertäres Nerdgelächter zu ernten? Und das obwohl man für diese Partei alles tut damit sie sich etabliert. Damit sie ernstgenommen wird.

    Wir sind alle nicht perfekt, jeder macht Fehler und gerade online via Text geht das ganz schnell. Wenn ihr also tatsächlich ein Problem mit den Leuten und ihrer Gesinnung habt, bzw. meint ihr hättet ein Problem mit ihnen, fragt nach ihren Telefonnummern, macht eine Telco auf, kommt zu den Stammtischen, schlaft eine Nacht drüber und klärt es auf Parteitagen. Alles andere ist eigentlich nur eines: lame.

  42. Mich fasziniert, wie viel Energie drauf verwendet wird, nichts zu erklären. Statt dessen eine intransparente Hinterzimmerentscheidung zu rechtfertigen und die Aufklärung zu einer Holschuld der Wissbegierigen zu machen.

  43. @ Wolfgang Britzl

    “Also an alle Altstalinisten und Grüne, die meinen mit Dreck werfen zu müssen: ….”

    Solch daerbe Sprueche hoert man dann doch zumeist bei kristallnaechtlichen Spinnern wie PI & Co.
    Somit auch nicht verwunderlich, dass du mit dem Boris sidest und damit disqualifizierst du dich gleich mit.
    “Stock aus dem Arsch”? … Ja, genau mit solchen Spruechen auf berechtigte Kritik und mehr Individuen wie Boris und dir, waeren die Piraten auf dem 1%igen Die Freiheit-Niveau und koennten sich ebenso dem Stuerzenberger anschliessen.

    Die Einzigen, die das so garnicht blicken koennen/wollen sind u.A. Boris&Du!
    Un/Bewusst Kontraproduktiv!

    Gruss
    Jake

  44. “Aber ausgerechnet der Antifa, deren Engagement das ausfüllt, was eigentlich Sache der Politik, Polizei und Justiz wäre, nämlich Nazis zu stellen und über Faschismus aufzuklären, ausgerechnet der “Antisemitismus” zu unterstellen, ist nicht nur völlig absurd, sondern einfach eine glatte Tatsachenverdrehung.”

    Ach ja? Dann gib auf antifa.de mal den Suchbegriff Israel ein und freu Dich über die vielen Meldungen, in denen die Worte “Massaker” und “Angriff” in Bezug auf Israel vorkommen. Ein besonderes Schmankerl ist ja dieser Zapatistentyp (http://www.antifa.de/cms/content/view/978/32/). Es geht um die Bombardierung des Gaza-Streifens vor ein paar Jahren und den Einsatz von Bodentruppen. Mr. Marcos ist entsetzt. Eine reguläre Armee arbeitet sich unter Zuhilfenahme von Luftschlägen und bewaffnet auf professionelle Art und Weise in ein dicht besiedeltes Gebiet vor, in dem nicht auszumachen ist, welche Gebäude zivil und welche nicht zivil genutzt werden, in dem selbst Frauen und Kinder als Schutzschilde oder als lebende Sprengfallen herzuhalten haben, kurz, wo die Grenze zwischen Zivilist und Kombattant so verwischt ist, daß die Haager Landkriegsordnung vermutlich Übelkeit und Migräne bekommt. Daß dies Methode hat, ist Mr. Marcos klar, ist er doch selbst Guerillero, fühlt sich insofern im Recht und ist bereit, anderen dieses Recht ebenso zuzugestehen, solange sie sich als Underdogs verkaufen. Er weiß auch, daß vom Gazastreifen aus Angriffe gegen Israel geführt werden:

    “Und anstatt dieses stattfindende Verbrechen zurückzuweisen und zu verurteilen, als Indigenas und Krieger, die wir sind, sollten wir vielleicht vielmehr über “Zionismus” oder “Antisemitismus” diskutieren und dazu Stellung beziehen, oder das die Bomben der Hamas zuerst geflogen sind.”

    Nein, wirklich? Hmhm. Probably. Maybe. Aber eigentlich gar nicht, denn:

    “[…] für uns Zapatisten wird im Gazastreifen eine schutzlose Bevölkerung von einer professionellen Armee ermordet.”

    Professionell geht mal gar nicht. Dilettant…, ups, terrorist…, naiijjn – ähm, irregulär ist viel schöner. Da kann man sich auch viel besser rausreden, wenn mal Unbeteiligte zu Schaden oder zu Tode kommen (“Hm. Sorry. Der unbeteiligte, in tausend Fetzchen zerlegte Zivilist ist jetzt halt auch Märtyrer der Bewegung.”). Und weil Mr. Marcos das Professionelle voll gemein findet, denkt er ganz fest an die palästinensischen Kinder:

    “Wir denken, dass es schon hilft, dass wir vielleicht weder eine Bombe aufhalten noch unser Wort in ein Schutzschild verwandeln können, um zu verhindern, dass ein Geschoss Kaliber 5.56 mm oder 9 mm, das die Initialen “IMI”, “Israelische Militärindustrie” auf der Patronenhülse eingraviert trägt, die Brust eines kleinen Mädchens oder Jungen erreicht. […]

    Sie wissen es zwar nicht, aber wir, die Zapatisten der EZLN, wissen wie viel es bedeutet, inmitten von Tod und Zerstörung ein Wort des Trostes zu hören.”

    Genau. Dieses triefend vorgetragene Mitleid ist allerdings äußerst einseitig. Von kleinen israelischen Mädchen oder Jungen ist nicht die Rede. Daß die Palästinenser Gewalt gegen sie anwenden, wird übrigens gar nicht bestritten. Sie müssen sich schließlich gegen den übermächtigen Feind wehren:

    “Das palästinensische Volk wird auch Widerstand leisten und überleben und weiterkämpfen, und weiterhin die Sympathie von unten für ihre Sache haben.

    Und vielleicht wird auch ein kleiner Junge oder ein Mädchen aus dem Gazastreifen überleben. Vielleicht werden sie wachsen, und mit ihnen der Zorn, die Empörung und die Wut. Vielleicht werden sie deswegen zu Soldaten oder Milizionären irgendeiner der Gruppen, die in Palästina kämpfen. Vielleicht werden sie dann einen Kampf gegen Israel führen. Vielleicht werden sie dann ein Gewehr abschießen. Vielleicht werden sie sich einen Sprengstoffgürtel umbinden und sich selbst in die Luft sprengen.”

    Vielleicht, vielleicht. Vielleicht machen sie das auch schon seit der Staatsgründung von Israel, 1948. Vielleicht verüben die Palästinenser schon seit 1948 Anschläge, erst als Fedajin, später als PLO, dann als Hamas: nächtliche Überfälle, Ermordungen, Schußwechsel, Flugzeugentführungen, Bombenanschläge, Suizidattacken, Raketenbeschuß, bei denen ausdrücklich Nichtbewaffnete, und ebenfalls ausdrückliche Alte, Schwangere und Kleinkinder, als Kombattanten, ergo als Ziele, ergo als reif zum Erstechen, Erdrosseln, Erhängen, Ertränken, Erschießen, in die Luft sprengen betrachtet wurden.

    Ich lese in diesen Worten nichts von einem Mitgefühl mit der israelischen Zivilbevölkerung. Ich lese auf den Seiten der Antifa überhaupt wenig bis gar kein Mitgefühl mit den Israelis heraus, gegeißelt werden deutsche Waffenlieferungen nach Israel, nicht gegeißelt wird, daß die Palästinenser sich ebenfalls bewaffnen lassen und kaum zögern, ihre Waffen einzusetzen, daß Typen, die sich als zu blöd beim Raketenbasteln herausstellen, als Märtyrer gefeiert werden. Das wird als “Selbstverteidigung” und “Befreiungskampf” legitimiert, ja fast schon gefeiert. Mr. Marcos ist nur der Strohmann, der das aussprechen darf, was die Linken bis Linksradikalen – und auch die Antifa zählt dazu – seit langem vertreten, und nicht erst seit der von dem deutschen Terroristen Wilfried Böse vorgenommenen “Selektion” von jüdischen oder jüdisch wirkenden Geiseln in der Transithalle von Entebbe. (Ein Shoah-Überlebender war auch dabei. Aber tote Juden sind den Krokodilstränenvergießern von der Antifa bekanntlich lieber, die wehren sich nicht, wenn sie als Rechtfertigungsgrund hergenommen werden, und die Kranzabwurfstellen schweigen ebenfalls, im Gegensatz zu den undankbaren, unbequemen Überlebenden, die irgendwelche Forderungen stellen. Forderungen von Überlebenden gehen mal gar nicht. Wo kommen wir denn da hin?)

    Das ist Programm. Das ist dieses falsch verstandene “Gegen die da oben”-Denken, dieser “Wir Kleinen können uns ja nicht anders zur Wehr setzen”-Virus, diese “Im Grunde sind wir ja nur Widerstandskämpfer”-Verblendetheit. Dabei werden immer wieder Liebknecht und Luxemburg hervorgezerrt und müssen als Sockenpuppen für das linke Selbstverständnis herhalten, das aber nie so weit geht, mal zu erwähnen, daß sowohl Liebknecht als auch Luxemburg, wenn sie überlebt hätten, ENTWEDER im KZ ODER im GULAG gelandet wären, so wie Erich Mühsam, der im KZ ermordet wurde, und seine Frau und Kampfgenossin, Zenzl Mühsam, die knapp zwanzig Jahre in einer Zweigstelle des von Lenin und Stalin hochgezüchteten Archipels verbringen durfte, weil sie den Stalinistenschweinen nicht stalinistisch genug war.

    Und was noch schlimmer, noch unredlicher, noch widerlicher ist: die Bedenkenlosigkeit, mit der deutsche und europäische salonlinke Wohlstandsmaden, die nie im Leben gekämpft haben, die nie im Leben eine Leiche gesehen haben, die eigentlich nur spielen wollen, mit den Palästinensern spielen, sie ermutigen, anstacheln, aufhetzen, nur ja weiterzumachen mit ihrem „Freiheitskampf“, der kein einziges Salonlinkenleben kostet, sondern nur palästinensische und israelische Leben, die weit genug weg sind, um sich keinen überflüssigen Gedanken darüber machen zu müssen, außer: „Wie gut macht sich das auf unseren Protestplakaten?“

    Aber wenn es darum geht, jemanden wie Boris kaputtzumachen, wieder und wieder auf ihn einzuhacken, weil er vor über einem Jahr aus Frust Dinge schrieb, die Eurem wohlstandsverwahrlosten Gutmenschendünkel zuwider waren, weil er nach Eurem Dafürhalten mit seinem Rücktritt als Kreisvorsitzender noch nicht genug gestraft ist, weil er immer wieder und wieder und wieder und bestraft gehört, weil er gefälligst am Boden zu kriechen hat, dann seid Ihr ganz vorn mit dabei. Weil Euch das gefällt. Weil Ihr gerne zuseht, wie Eure politischen Gegner auf die Fresse kriegen, wenn Sie Euch nicht nach dem Munde reden, nicht vor Euch rumkriechen, nicht um Verzeihung betteln, nicht um Gnade flehen, sich nicht zurückziehen, nicht mit dem Kälberstrick in der Hand zur nächsten Brücke rennen. Dann geht es Euch nicht mehr um Mitgefühl oder Menschlichkeit oder Verständnis. Das ist für diejenigen reserviert, die sich für Eure edlen Beweggründe abknallen lassen, nicht für die, die sich nicht abknallen lassen wollen. Dann laßt Ihr, zusammen mit Euren Kumpels von der Grünen, alle Empfindsamkeit und Feinsinnigkeit fahren, dann laßt Ihr es krachen, am liebsten im Rudel auf wenige. Was unterscheidet Euch eigentlich noch von den Faschos?

    “@Ghodly: Städte nazifrei zu machen, ist völlig legitim und sollte unser aller Anspruch sein.”

    Nichts unterscheidet Euch mehr von den Faschos. Rein garnichts.

  45. @Wolfgang

    Ich weiss, dass Boris kein Nazi ist und das habe ich ihm auch nie unterstellt (siehe meinen ersten Kommentar). Und ja, ich denke, ich habe auch verstanden wie Boris tickt. Und ja, in manchen politischen Einstellungen sind er und ich wahrscheinlich sogar einer Meinung, gemessen z.B. an den Antraegen die er beim LPT eingereicht hat.
    Aber nein, ich denke nicht, dass es reicht mit Trollerei usw. auf die Tatsache zu reagieren, dass eine Menge Piraten ein Problem mit dieser Art der Kommunikation haben wenn es den Leiter der LGS betrifft (und das sind, wenn man die unreflektierten Beschimpfer abzieht, immer noch genug). Das hat nichts mit Angst zu tun. Und so lange unsere Kommunikation in der Öffentlichkeit stattfindet, ist das Bild was außen ankommt, nicht so einfach kontrollierbar.

    Es gehört mMn nun mal zum Job eines LGS-Leiters, genauso wie bei anderen Parteijob und einem Vorstandsposten nicht nur nach außen einigermaßen zurechnungsfähig dazustehen sondern auch nach innen zumindest ein bissel integrativ zu wirken (ich weiss das ist nicht leicht). Gleichzeitig Zyniker/Troll und Parteijob verträgt sich imho oft schlecht. Kann sein, dass ich mit dieser Meinung allein dastehe, aber ich habe einen anderen Eindruck.
    Diese Partei besteht nun mal aus einer großen Schnittmenge der Bevölkerung und da gibt es eben auch viele Befindlichkeiten. Das heißt nicht dass wir uns nur noch mit Samthandschuhen anpacken und den ganzen Tag flauschen sollen, das wäre in der Tat langweilig und kontraproduktiv für die politische Debatte. Aber: Ohne Rücksicht und ein bisschen Empathie läuft das mit dem Teamprojekt Piratenpartei nicht. Das gilt im Übrigen für alle. Auch für die, die Boris als Nazi oder sonstwas beschimpfen.

    Wenn wir dann bitte ein Weg finden können diesen Kommunikationsfuckup aufzulösen und miteinander wieder klarzukommen, wäre ich sehr dafür. Wenn wir jetzt alle irgendwie eingeschnappt rumgrummeln oder uns anschweigen, bringt das gar nichts außer Frust. Und ganz ehrlich, mir sind da die Berliner grad schnuppe, ich möchte dass wir uns hier in Bayern wieder vertragen. Und dann können wir dem Rest der Republik gern zeigen, dass sich immerhin 20% der Piraten gut verstehen :)

    Und wenn bei Entscheidungen vorher klar ist, dass sie einen Shitstorm verursachen, dann müssen wir auch da endlich mal einen Weg finden wie wir solche Entscheidung parteiintern anders kommunizieren. Denn das Ergebnis eines solchen Shitstorms sind sonst jedes Mal frustierte Piraten, die sich im schlimmsten Fall aus der aktiven Parteiarbeit zurückziehen. Ich weiß, wir lernen noch, wie man das intern besser regelt, aber ich wünsche mir manchmal einfach weniger Kopf-durch-die-Wand und ein bissel mehr Ansage. Wenn was in München beim Stammtisch besprochen wird, ist das super, nur bekommt das kein fränkischer Pirat mit und auch den Vorstandstelkos kann nicht ständig jeder beiwohnen. Protokolle sind idR Ergebnisprotokolle und helfen in der Debatte meist nicht.
    Momentan habe ich einfach das Gefühl, dass wir es immer mehr schaffen uns gegenseitig anzunerven, anstatt einfach vorher ein bisschen mehr nachzudenken und Kommunikationswege zu suchen, die das vielleicht nicht völlig verhindern werden, aber zumindest abfedern.
    Klar, irgendwer meckert immer, aber ich halte die meisten unserer aktiven Piraten für halbwegs klar denkende Menschen und wenn es immer wieder solche Reaktionen gibt, dann läuft doch in unserer Kommunikation grundsätzlich was falsch. Die Lösung dafür sind aber keine Telefonaktionen bei den Shitstormopfern, Telkos, Stammtischbesuche (räumlich mitunter schwierig) oder das Warten auf den nächsten LPT, sondern eine grundsätzliche Änderung im Umgang miteinander. Eine Nacht drüber schlafen, ist sicher nie verkehrt (ich mache das idR), aber ich bezweifle dass das reicht. Ich würde für den Anfang vorschlagen nicht immer gleich das Schlimmste vom anderen anzunehmen und eine Feedbackmethode zu benutzen, die nicht auf Konfrontation ausgelegt ist (http://de.wikipedia.org/wiki/Feedback_(Gruppendynamik) ).

  46. Du sagstest „Dieses Verhalten bietet keinen Raum für Vernunft oder sinnvollen Diskurs und diese Lawinen werden aus dem Nichts losgetreten aufgrund von Fliegenschiss.“. Jetzt hab ich heiße Neuigkeiten: Der Ton macht die Musik. Wenn jemand Zeitungen verbrennt oder Atombomben-auf-Gaza auf Twitter ruft, hat die Person entschieden, ob sie einen sinnvollen Diskurs führen will, oder einfach Leuten vors Schienbein treten will. Klar kann man „mimimi“ jammern, aber wenn man doch genau diese Art von Auseinandersetzung eingefordert hat, hält sich meine Empathie da in Grenzen. Wie heißt es so schön: Man erntet was man sät.

    Und um das Konkret zu machen: Statements über Nicht-nützliche und Nützliche Menschen, Atombomben auf Gaza, Emma-Verbrennungen geben genau eine Nachricht, und dass ist „Ich will Streit und keine Diskussion, weil ich ja meine Meinung eh nicht vorhabe zu ändern.“

    Die Sache ist ganz einfach, und man muss Boris dafür noch nicht mal für einen Nazi oder Rassist halten: Die, die sich ärgern, sehen die Verwaltung einer Landesgeschäftsstelle inklusive annehmen von Telefonaten eben NICHT als reinen Verwaltungsjob, und das ist auch Verständlich, eine LGS steht nunmal in der Öffentlichkeit, da hilft kein relativieren. Und von Boris fühlen sich halt viele schlichtweg nicht repräsentiert.

    Ich glaube was hier einfach nicht Verstanden wird, dass die Begründung vom Landesvorstand, das wäre ja ein „reiner Verwaltungsjob“ nicht akzeptiert wird. Tatsächlich ist eine LGS nun mal ein Ort, der in der Öffentlichkeit steht. In der BGS in Berlin sind im Wahlkampf Journalisten und interessierte Bürger ein und ausgegangen, Warum das 2013 in Bayern anders sein soll entzieht sich meinem Verständnis. Dazu kommt, dass mittlerweile alle Piraten wissen: Der Mensch mit dem „Verwaltungsjob“ hat Hausrecht.

    Und von einem Zirkel von Leuten, die sehenden Auges sagen: Ach, den kommenden Shitstorm nehmen wir in Kauf (Hat sich Ursula von der Leyen und Mappus sicher auch gedacht. Leute die sowas sagen möchte ich persönlich für die Piraten nicht als Mandatsträger sehen), können die übelsten Entscheidungen gegen den Willen der Basis getroffen werden. Das ist genau der Politikstil, den wir eigentlich ändern wollten. Und ich sehe nicht, dass der Bayrische Landesvorstand auch nur ein Stück weit auf die Kritik so eingegangen ist, das ein Kompromissvorschlag da war: Nur Rechtfertigungen und am besten noch Anschuldigungen an Kritiker.

    Scheinbar ist Boris aber ja „Alternativlos“. SCNR.

  47. “Und von einem Zirkel von Leuten, die sehenden Auges sagen: Ach, den kommenden Shitstorm nehmen wir in Kauf (Hat sich Ursula von der Leyen und Mappus sicher auch gedacht. Leute die sowas sagen möchte ich persönlich für die Piraten nicht als Mandatsträger sehen), können die übelsten Entscheidungen gegen den Willen der Basis getroffen werden.”

    Ich seh hier keine Basis, nur eine Ansammlung von vielleicht 20-40 Leuten, die gewaltigen Wind machen, weil ihnen Boris Rücktritt als Kreisvorsitzender IM LETZTEN JAHR nicht gereicht hat, die die längst gelöschten Tweets VOM LETZTEN JAHR wieder herausholen, um sie gegen die DIESJÄHRIGE Wahl von Boris zum Landesgeschäftstellenleiter in Anschlag zu bringen und die so lange nicht ruhen werden, bis Boris oder der LV klein beigeben. Und das hat NICHTS, ABER AUCH GAR NICHTS mit Transparenz oder Basisdemokratie zu tun.

    Sie machen das, weil ihnen Boris nicht schmeckt, weil sie Boris weg haben wollen, weil ein zur Strecke gebrachter Boris das einzige wäre, was ihren Egos und ihrem “Gerechtigkeitsgefühl” Befriedigung verschaffen würde.

    Daß ein neuer Landesgeschäftsstellenleiter aus diesem Jagdverband hervorgehen würde, wage ich mal stark zu bezweifeln. Groß rumkrähen ist immer leichter als einen Job zu machen.

    Statt auf seiner Linie zu bleiben spielt Sekor Boris Aufgabe runter (“Hausmeister”) und der Jagdverband jazzt ihn hoch (“wichtiges politisches Aushängeschild”).

    Ich erkenne auf seiten des Jagdverbandes keinerlei Politikstil. Ich sehe hier nur gezieltes, massives und geiferndes Mobbing auf allen sich bietenden Kanälen, über das sich vermutlich keiner mehr freuen wird, als unsere politischen Gegner, allen voran Patrick “Tyrannei der Masse” Döring.

  48. @Wolfgang Britzl

    Wer ist das „wir“, von dem du sprichst? Ich bin auch oberbayerischer Pirat und finde die Äußerungen von Boris und den Umgang der Vorstände damit katastrophal!

    Ich versuche mal ganz konstruktiv zu erklären, was hier IMHO das Problem ist:

    Boris ist im persönlichen Gespräch dufte. Er arbeitet viel und ist wie gesagt im persönlichen
    Umgang absolut in Ordnung. Nur, seine Tweets sprechen einfach eine ganz andere Sprache. Und das ist auch entscheidend. Ich kann überzeugter Antifaschist sein, wenn ich 3 mal täglich „Ausländer raus“ twittere, werde ich anders wahr genommen. Daher zählt nicht nur die persönliche Gesinnung, sondern auch das Handeln und die Äußerungen.Vor allem wenn man nicht nur ein einfacher Basispirat ist, sondern man mehr sein will. Und Boris will mehr sein, dass zeigen seine vielen Vorstandskandidaturen, sein Wille die LGS-Leitung zu übernehmen und sein Wille die Öffentlichkeitsarbeit in München zu leiten. Daher zählt nicht nur die tatsächliche Gesinnung, sondern auch seine Äußerungen und die dadurch erzeugte Aussenwirkung.

    Bei diesen Äußerungen fallen folgende Dinge auf:

    Linken – Bashing:

    Zitat Boris: „Ich lache über Naziwitze, die über mich gemacht werden. Gratulationen an den linken Mob, ihr habt es geschafft!“

    Auch die Zitate von Wolfgang passen in den Kontext „Also an alle Altstalinisten und Grüne, die meinen mit Dreck werfen zu müssen“ und „[…] die Debatte ultralächerlich und ist entlarvendes, kindisches Gutmenschentum“

    Kritik wird als Werk vom „linken Mob“, „Altstalinisten“ und „Gutmenschen“ wahr genommen. Überhaupt macht die Timeline von Boris den Eindruck, dass er „die linken“ nur im Zusammenhang mit dem Wort „Mob“ in den Mund nimmt.

    Antifa – Bashing.

    Das immer wiederkehrende Antifa Bashing („Antifa sind verpeilte antisemitische Fickerschweine”) von Boris ist unter aller Sau. Ich will nicht das Problem des linken Antisemitismus verharmlosen, aber die Generalisierung ist nicht in Ordnung. Hier mal mein Standpunkt. Ich komme aus einer Gegend (Heidenheim), in der es zwar keine Nazis gibt, rechtes Gedankengut aber in weiten Teilen der Gesellschaft angekommen ist. Aussagen wie „Ausländer nehmen uns die Jobs weg“ oder „der Jude an sich“ (siehe #kevingate) sind dort relativ normal. Seit dieser Zeit versuche ich solch rechtem Gedankengut Parole zu bieten. Ich verstehe mich als Antifaschist. Wenn nun Boris täglich gegen die Antifa hetzt, fühle ich mich bei den Piraten nicht mehr willkommen.

    Das ist das Problem. Die Timeline von Boris empfinde ich als Hetze gegen Linke und gegen aktive Antifaschisten. Wenn Boris zeitgleich Jobs von Vorständen bekommt und diese Vorstände sich nicht klar inhaltlich von Boris distanzieren und ihm nicht widersprechen muss ich diese Hetze gegen Linke und gegen Antifaschisten als gewollt ansehen. :-(

    Aktuelle Tweets von Boris wie:
    „”Wenn ihr alle, die gegen Rechts sind aus der Partei jagen wollt…” – oops, die haben den Plan durchschaut^^“
    und
    „Könnten bitte alle die mit meiner Benennung als LGS-Leiter nicht einverstanden sind aus der Partei austreten? #selbstreinigung“
    empfinde ich als bittere Wahrheit. Als Versuch Linke und Antifaschisten abzuschrecken, auszugrenzen und rauszuekeln.

    Ich beende meinen Beitrag daher mit einer Frage: Habe ich als Linker und Antifaschist einen Platz in der Piratenpartei? Bin ich hier willkommen?

  49. Soll ich mich als Aussenstehender (aus Münster) dazu auch mal äussern? Ich bin kein Freund von Shitstorms und halte diese Reaktion grundsätzlich für übertrieben und bescheuert. Aber Trolling ist auch genauso dämlich und dann muss man sich nicht wundern, wenn zurückgeschossen wird (denn das will man damit ja provozieren).

    Das Problem mit dem Trolling ist, dass wir Piraten inzwischen sehr in der Öffentlichkeit stehen. Und die Presse und die anderen Politiker werden Tweets wie die oben genannten mit Freuden annehmen und uns in der Öffentlichkeit damit schön glattpolieren.

    Leute. Es geht darum eine andere Politik zu machen. Und dem Volk zu zeigen, dass wir wählbar sind. Mit diesem Heckmeck klappt das aber nicht.

  50. “Ich bin auch oberbayerischer Pirat und finde die Äußerungen von Boris und den Umgang der Vorstände damit katastrophal!”

    Ich finde katastrophal, daß Boris Äußerungen immer dann aufgewärmt werden, wenn irgendwelche Leute meinen, daß Boris noch nicht ausreichend bereut hat und daß man Boris Einhalt gebieten muß, daß seine Stellungnahmen zerpflückt, seine Beweggründe relativiert, wenn nicht sogar ganz beiseite gewischt werden.

    “Das immer wiederkehrende Antifa Bashing („Antifa sind verpeilte antisemitische Fickerschweine”) von Boris ist unter aller Sau.”

    Das immer wiederkehrende Israelbashing seitens der Antifa ist unter aller Sau, insbesondere, was die moralische Unterstützung von repressiven oder paramilitärisch agierenden Gruppen angeht, Hauptsache es geht gegen Israel.

    “Ich komme aus einer Gegend (Heidenheim), in der es zwar keine Nazis gibt, rechtes Gedankengut aber in weiten Teilen der Gesellschaft angekommen ist. Aussagen wie „Ausländer nehmen uns die Jobs weg“ oder „der Jude an sich“ (siehe #kevingate) sind dort relativ normal. Seit dieser Zeit versuche ich solch rechtem Gedankengut Parole zu bieten.”

    Und? Inwieweit zeichnet Dich das aus? Ist das keine Selbstverständlichkeit für Dich?

    “Wenn nun Boris täglich gegen die Antifa hetzt, fühle ich mich bei den Piraten nicht mehr willkommen.”

    Wenn täglich gegen Boris gehetzt wird, damit er sich nur ja scheiße fühlt, bald seinen Posten räumt und am besten gleich aus der Partei austritt, findest Du das aber ok, gell?

    “Die Timeline von Boris empfinde ich als Hetze gegen Linke und gegen aktive Antifaschisten. Wenn Boris zeitgleich Jobs von Vorständen bekommt und diese Vorstände sich nicht klar inhaltlich von Boris distanzieren und ihm nicht widersprechen muss ich diese Hetze gegen Linke und gegen Antifaschisten als gewollt ansehen.”

    Wie wäre es, wenn Du Dir zur Abwechslung mal ein paar Gedanken mehr darüber machst, ob Boris Groll auf die Antifa nicht vielleicht doch einen sehr gut begründeten Kern enthält, der sich in 140 Zeichen vielleicht nicht ganz so eloquent fassen läßt? Oder hat die Antifa, die Antifa, die Antifa immer recht?

    “Aktuelle Tweets von Boris wie:
    „”Wenn ihr alle, die gegen Rechts sind aus der Partei jagen wollt…” – oops, die haben den Plan durchschaut^^“
    und
    „Könnten bitte alle die mit meiner Benennung als LGS-Leiter nicht einverstanden sind aus der Partei austreten? #selbstreinigung“
    empfinde ich als bittere Wahrheit. Als Versuch Linke und Antifaschisten abzuschrecken, auszugrenzen und rauszuekeln.”

    Schon mal was von Auskotzen, Ironie, Zynismus, Polemik, Sarkasmus oder paradoxer Intervention gehört? Ach nee, das ist ja nur gerechtfertigt und genehmigt, wenn es gegen die Rechten geht.

    “Habe ich als Linker und Antifaschist einen Platz in der Piratenpartei? Bin ich hier willkommen?”

    Hat Boris in den Augen der sich auf seine Kosten abreagierenden Linken und Antifaschisten einen Platz in der Piratenpartei? Ist er hier willkommen? Was soll der LV liefern, damit sich die Linken und Antifaschisten wieder in der Partei wohlfühlen können? Boris Posten? Boris Austritt? Oder am besten gleich Boris Kopf?

  51. @farddizzle: “Habe ich als Linker und Antifaschist einen Platz in der Piratenpartei? Bin ich hier willkommen?” – In der Piratenpartei allgemein bestimmt. Auf diesem Blog eher nicht. Alles was irgendwie “links” ist, ist hier pfui bäh.

  52. @ Nadine: Viel Text, wenig Inhalt (“LEAVE BORIS ALONE!!11″)

    wer sich mal ein genaueres Bild von Boris machen will: Hier hetzt er auf einer Piratenveranstaltung mit dumpfer Polemik gegen die Grünen. Nicht dass ich die Grünen in Schutz nehmen will. Ich finde z.B. die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realpolitik bei denen eklatant. Aber das hier ist billiges Gebashe. Wüsste man es nicht besser müsste man annehmen, das Video stamme vom CSU-Aschermittwoch. Kann sich ja jeder Pirate mal ernsthaft fragen, ob er sich von einem konservativ-libertärem Großmaul repräsentiert fühlt. Aber seht selbst:
    http://www.youtube.com/watch?v=A4dvD9lYu2w&feature=youtu.be

  53. @Jacomo

    Weisst, das ist schon wieder diese Verleumdung…
    Ich bringe seit meinem einmaligen Fail, als ich den Gegenwind gespürt habe, keinen einzigen zynischen Spruch mehr über öffentliche Kanäle. Obwohl ich immernoch der Meinung bin, dass gerade unsere Generation neue Regeln aufstellen und vertreten darf und die Betroffenheit in vielen Fällen falsch und verlogen ist, da uns die Verbindung zum echten Leid fehlt. Der Liberalismus in den USA funktioniert auch, obwohl Koranbücher verbrannt werden. Und bevor ihr mich jetzt in die Schublade dieser Religionshetzer steckt: Ich verachte diese Art des Rechtspopulismus. Mein Auszubildender ist Türke, er geht jeden Freitag zum Freitagsgebet, und ich bin froh an seiner Kultur teilhaben zu können, diese Kontakte bilden und bauen Vorurteile ab. Ich frage mich wieviele von den wohlgebildeten Studenten in unserer Partei, die jetzt am lautesten hetzen, überhaupt Kontakt zu anderen Kulturen im Laufe ihres Lebens hatten und Freundschaften zu diesen Menschen pflegen… Ich wette nur wenige haben so viele Homies und Bros wie ich.
    Ich bin heilfroh, dass sich all diese Kulturen in Deutschland etablieren konnten, trotz der Drangsalierung durch Behörden/Polizei/Gesellschaft und auch der Ermordung durch rechtsextremistische Gruppen, wie der NSU.
    Würde irgendwo klar ersichtlich sein: Die Emma darf nicht verbrannt werden, da es eine Todsünde ist für den Glauben des Feminismus und daraufhin Massenproteste und Leid vorprogrammiert sind… Ich würde mich hüten aus Respekt vor dem Glauben dieser Menschen und gleichzeitig jeden verurteilen, der keine Rücksicht auf die religionsbedingten Emotionen dieser Gruppen nimmt. Auch Massenveranstaltungen zu dieser Art des Protests kann ich nicht nachvollziehen. Es sollte immer den Störern vorenthalten sein diese Meinung alleine zu vertreten und es sollte immer nach der eigentlich beabsichtigten Analogie gefragt werden: Wie auch damals als BHs verbrannt wurden, sah diese “Täterin” die Emma als Korsett, das der Partei vorgeben wollte, wie sie zu reagieren hat: Paternalismus, der mit so einer liberalen Bewegung unvereinbar ist. Die Täterin verfolgte die kläglichen Versuche mancher Blogger Aufmerksamkeit zu erreichen und entschied sich für diese radikale Maßnahme, um das zu schaffen was alle anderen nicht schafften, und immerhin das hat sie damit geschafft. Ich unterstützte sie dabei, da es für mich eine feministische Tat war. Deswegen bin ich nun der Bücherverbrenner-Pirat. Nur wo sind die Bücher? Und seit wann kann man mit einer Fotokamera Feuer machen? => Bildzeitungs-Niveau, unterste Schublade.

    Um meine Interkulturalität weiter zu untermauern muss ich auch erwähnen wie froh ich bin, dass @Afelia zu ihrem Glauben steht und in meiner Partei aktiv ist. Bis auf die neuen Synagogen, die in München aussehen wie Bunker, sieht man von dieser Glaubensrichtung viel zu wenig. Ich vermisse jüdische Kultur in Deutschland, ich weiss durch die Fehler unserer Vorfahren leider so gut wie gar nichts darüber, ausser dass sich manche Juden komische Gerätschaften bauen um die Vorgaben ihrer strikten Religion zu umgehen, das ist witzig, bitte mehr davon, gerne auch im tiefsten Bayern. Ich denke mir oft, wie das wohl war früher, als wir diese interessante, und auch sehr intellektuelle (!), Kultur sehr stark vertreten hatten bei uns. Als ich das letzte Mal in Berlin war und staunend vor der Synagoge in der Oranienburger Straße stand, dachte ich mir nur: Wow, so coole Gebäude fehlen in jeder deutschen Stadt. Das wäre auch ein Kulturgut Deutschlands, wenn wir nicht diese ungebildeten Deppen an die Macht gelassen hätten, die mit Unterdrückung, Verleumdung und Hetze Gräben schufen, die all das Dichten und Denken dieses Landes im Bombenhagel und in Gaskammern untergehen ließen.
    Ich bin einfach glücklich an der heutigen Momentaufnahme der Toleranz teilhaben zu können, aber ich vermisse es mit meiner Meinung einfach mal auf den Putz hauen zu können, ohne dass mir die Schicht der Weltverbesserer und Gutmenschen alles mies machen will, für was ich stehe. Jesus war Jude, und Jesus wird im Koran als anerkannter Prophet Allahs betitelt: Was bleibt sind Auslegungen und Meinungen, die diskutiert werden MÜSSEN und da müssen ALLE Meinungen auf einen Tisch, ohne Angst vor ihnen zu haben und ein Frieden-versprechender Diskurs geführt werden.
    Ich stehe deshalb für jede Art der Meinungsfreiheit, solange sie keine Volksaufstände provoziert. Und die Emmaverbrennung hat das zum Beispiel nicht getan, auch wenn Viele den Untergang des Abendlandes beschworen haben. Ich konnte sogar in Ruhe eine Oberbürgermeister-Kandidatur führen und mit der Presse (SZ, Focus, BR) lange Interviews führen, ohne dass dieses Thema auch nur irgendwen interessiert hat, ausser eben unsere geliebten Internet-Cowboys.

    Du unterstellst mir mit deinem Kommentar so viel, ohne überhaupt zu wissen wer ich bin und was meine Motivationen sind. Versuchst mich in eine Schublade zu stecken mit irgendwelchen Leuten, die mir nicht mal etwas sagen: Was ist PI überhaupt? 3,14159… oder was? Ja, ich bin Informatiker und Mathematiker, wenn das diese Unterstellung aussagen soll…
    Und was hat das mit der Reichskristallnacht zu tun? Bin ich als Mathematiker Nazi? Oder gleich als Naturwissenschaftler, weil der Darwinismus ja sofort in Verbindung mit den Verbrechen des 3. Reichs gebracht werden kann? Klar übertreibe ich in diesem Absatz, aber ich zeige dir die Sinnlosigkeit deiner Anschuldigungen.

    Und genau dieses Verhalten ist paternalistisch und unterdrückt Meinungen. Wenn wir jetzt schon damit anfangen: Willkommen im Establishment. Nehmt diese Meinungen doch auf als Arbeitsauftrag, widersprecht ihnen einfach, nüchtern, sachlich, ehrlich. Ich teile Boris Meinungen auch nicht… auch wenn es mir wieder und wieder unterstellt wird, ich weiss nichtmal was ihn zu seinen Aussagen bewegt hat. Ich finde auch nicht, dass sie Parteimeinungstauglich ist, aber er weiss das selbst auch: Er ist nicht dumm… Deswegen wird er die LGS auch super leiten, weil er ganz genau weiss, dass diese Radikalität nirgends gut ankommt. Dass er seine wahre Meinung im Internet aber nicht kaschiert finde ich nur ehrlich, er wird sich schon ehrlich und nüchtern rechtfertigen, wenn man ihn direkt damit konfrontiert. Stellt euch einfach vor: Er befindet sich in einem intellektuellen Mixed Martial Arts Ring und kämpft mit den unfairsten Methoden gegen alles was seiner Meinung nach Irrsinn ist. Das ist extrem chaotisch und wüst, aber im Endeffekt ist es nur seine Meinung, die man teilen kann, oder nicht. Wieso sollte er sie gerade in dieser Partei nicht vertreten dürfen, in der die Meinungsfreiheit hochgehalten wird. Solange er keine Anhänger für Schlimmeres findet sehe ich keinen Grund zur Panik. Die Vernunft des Schwarms widerspricht ihm doch, was soll der Aufstand?

    Stock-im-Arsch Mentalität deswegen, weil: Hetzen und Verleumden über Twitter ist keine Demokratie. Basta.
    Man kann cool und locker aufeinander zugehen und miteinander reden. Denkansätze geben, auf Fehler hinweisen. Kontruktive Kritik löst sinnvoller Probleme als eine hyperaktive Wagenladung Scheisse. Das garantiere ich euch. Gerne auch mir handschriftlicher Unterschrift.
    Auch bei @tarzun kann man den Blogeintrag nicht einmal kommentieren… Ist das demokratisch? http://tarzun.de/archives/442-Wie-das-mit-dem-Kein-Fussbreit-nicht-funktioniert..html
    In das Internet schreien, aber dem Echo nicht einmal eine Chance geben… Super. Wir sind Basisdemokratie!
    Es reichen oft halt keine 140 Zeichen um sinnvoll ein Gesamtkonstrukt einer Gegenmeinung darzulegen.

    @Incredibul

    Ich denke mein erster Absatz erklärt meine Meinung zu dem Thema Verbrennungen.
    Ich kann nochmal betonen: Boris ist transparent, er verstellt sich nicht. Man weiss worauf man sich einlässt: Man kann ihm deshalb mehr vertrauen, als jemandem, der alles kaschiert und am Ende sine Unfehlbarkeit in einem großes Kartenhaus-Crash untergeht. Ehrlichkeit zählt für mich weit mehr als erzwungene Korrektheit. Man weiss sofort woran man ist: Abgehakt.
    Es handelt sich hier nirgends um Rechtfertigungen, sondern um Meinungen, die vertreten werden. Wäre alles so schlimm wie es von Manchen dargestellt wird, dann wäre das Medienecho größer, garantiert. Wir sind immerhin absolut transparent und jeder kann unsere Einträge verfolgen. Und dieser Eintrag ist meine absolute nackte Ehrlichkeit, wenn sie euch nicht passt, auch Recht. Nicht umsonst arbeite ich seit Jahren nur in amerikanischen Firmen und genieße in diesen Firmen schon lange das liberale Klima, dass mir in Deutschland fehlt. Ich bin also in logischer Konsequenz der Außenseiter. Das ist mir bewusst, aber ich lebe hier und will meine Meinung behalten. Darf ich das?

    Können wir jetzt bitte wieder Politik machen, anstatt uns gegenseitig ständig ins Gesicht zu scheissen? Ich möchte etwas ändern und zwar mit allen von euch. Auch den Internet-Cowboys.

  54. @fardizzle: als Linker und Antifa-Anhänger wirst du bei den Piraten auch Gleichgesinnte finden.
    Aber warum? In der Linkspartei gibt es breite Mehrheiten für diese Positionen.

    Piraten sind eher gegen Extremisten. Damit klarerweise gegen Rechtsradikale, aber auch gegen Linke,
    die extremistisch agieren, wie Antifa.

    thema Boris: er war bei LPTBY einer der Aktivposten, dabei völlig sachlich und konstruktiv.
    Wenn man seinen Twitter-Account sperren würde, wäre alles perfekt, die Tweets sind natürlich daneben.
    Ich habe keinen Schimmer, warum er sowas postet, denn er ist ansonsten nicht so!!!

  55. Ja klar haben Linke und Antifaschisten hier Platz!!
    Nur rein damit, und auch bitte in die Vorstände und an die LGS-Leiter-Posten, willst Du einen Posten farddizzle? Ich schlage dich eigenhändig vor, wenn du dir diesen Horrortrip antun willst, sofort! Machst du den LGS Leiter? Dann rede ich gerne mit allen Verantwortlichen und wir kriegen das sicher gebacken. Ich generiere dir gerne Mehrheiten, denn ehrenamtliche Motivation ist ein seltenes Gut.

    Niemand soll sich für seine Meinung schämen müssen solange er sie nicht für die Partei in Interviews oder öffentlichen Veranstaltung vertritt. Ich, als BGE Befürworter und ehemaliger Grüner + Attac Mitglied, hätte sogar viel lieber mehr Linksorientierte in Bayern in der Piratenpartei, es ist schon ein bisschen bürgerlicher bei uns, und aus dem Grund habe ich auch den Kompromissantrag fürs BGE verfasst: https://bge-vernetzt.piratenpad.de/ep/pad/view/ro.8GPgJzP/latest
    Mir geht es doch nur um die Hetze und um die Verleumdung. Und die kommt nunmal von den Extrem-Linken und meist gerade von denen, die keine 2 Wörter Diskussion mit den Leuten geführt haben. Das ist in meinen Augen ein Fehler.

    Ich habe noch keine Hetze erlebt gegen linke Gesinnung, ausser von Einzelpersonen wie Boris, der kann keinen Shitstorm starten… Und das ist auch gut so… Dennoch ist mir jede Meinung vollkommen recht, solange sie nicht ernsthaft daran interessiert ist anderen Menschen Schaden zuzufügen. Aber wenn hier beim kleinsten Mucks mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, dreht sich bei mir eben der Magen um.

  56. @Nadine: Du schnallst rein gar nichts, und spätestens seit Du hier die Antifa mit Nazis gleich gestellt hast, wissen wir ja jetzt auch, worauf es Dir ankommt.

    Du bist hier aber leider nicht bei der “Freiheit” oder der NPD, sondern auf der Seite eines Mitglieds einer demokratischen Partei. Hoffentlich lesen viele Deine Ergüsse, damit sie Ihre Schlüsse ziehen und die Piraten demokratisch bleiben.

  57. @ Jochen Heistermann

    “Wenn man seinen Twitter-Account sperren würde, wäre alles perfekt, die Tweets sind natürlich daneben.
    Ich habe keinen Schimmer, warum er sowas postet, denn er ist ansonsten nicht so!!!”

    Diebezueglich im Einklang den Unterstuetzern-Boris folgend, entsteht der Eindruck einer Persoenlichkeitsspaltung, .. oder sollte man, bevor er tweeted, die Wasserpfeife beschlagnahmen? …

    Spass beiseite .. muss ich aber nicht unbedingt verstehen muessen, warum die Kritiker, dieser offensichtlich und pemanenten “Daneben” vom Boris, so dermassen Schubladig abgewatscht werden.
    BayernGeografisch mag ich verstehen zu versuchen, das ihr nahezu gezwungen seid, muesst, wollet?, auf eher konservativ/buergerlichen Wahlfang zu gehen. …

    Im groesseren Rest der Republik kommt eure Waehlerschaft aber mit Sicherheit nicht aus den konservativ/buergerlichen/eher rechts von der ‘Mitte Stehenden.
    Ihr profitiert zumeist aus eher ‘Linken Kreisen, und genau daher kommt auch die berechtigte Kritik ueber die rechtslastigen Tweets von Boris.
    Warum sollten sich auch Rechte jeglichster Coleure ueber Boris/etc. negativ auslassen, wenn seine “Daneben” deren Agenda entspechen.?

    Nahezu unfairerweise ist zB. Nadine ein Musterbeispiel einer “Daneben”-Befuerwortung, welche, im Sinne der Piraten , nicht existieren sollte.
    Gluecklicherweise scheint ihr noch zu Klein, um auf Bundesebene als Gefahr erkannt zu werden.
    Wer auf linker Seite profitiert, sollte nicht am rechten Rand angeln! Dort gibts keine sueffisantes Waehlerpotential … und wenn doch, seid ihr ehh unwaehlbar.

    @ Wolfgang Britzl
    Du faengst mit Verleumdung an und danach folgt quantitative Inkoherenz. Da ich keine Buecher schreibe, kann ich auf diesen ganzen Quatsch auch nicht im Einzelnen eingehen.
    “Kontruktive Kritik löst sinnvoller Probleme als eine hyperaktive Wagenladung Scheisse.”
    Da kannst du noch so Viel blubbern, mit solch abschliessendem Spruch scheisst du widerum jedem berechtigten Kritiker ans Knie!!
    (nur mal um eurer Ausdrucksweise gerecht zu werden)

    Wrong Way!

  58. @Jacomo

    InkohÄrent ist es nur, wenn du den Zusammenhang nicht sehen willst. Ich muss nunmal so weit ausholen, damit nicht wieder die 140 Zeichen Gang sonstige Lügen verbreitet.

  59. Ich habe an der LaVo Sitzung teilgenommen und hatte von der Personalie keine Ahnung. Boris kenne ich so lala, weder befreundet noch verfeindet. Kein Einziger der Anwesenden sprach sich gegen Boris aus. Der Vorstand beschloss einstimmig, obwohl er sonst keineswegs immer einer Meinung ist. Der Tagesordnungspunkt war vorher veröffentlicht.

    Wenn der Vorstand eine Fehlentscheidung getroffen haben sollte möge jemand einen Antrag an den LaVo stellen, dann bitte mit Namensnennung. Bei einer solchen Thematik geht es nicht um den Schutz durch Anonymität, sondern um das Rückgrat in der Hose, zu seiner Meinung zu stehen.

    Wenn ein solcher Antrag kommt fände ich die Angaben von Fakten hilfreich. Die ziemlich danebenliegenden Tweeds hat er bedauert, einen solchen Shitstorm, teilweise mit unterster Schublade ist unser als Piraten, die eigentlich dasselbe Ziel verfolgen nicht würdig!
    Das gilt auch dann, wenn der LaVo aus sachlichen(!) Gründen tatsächlich eine Fehlentscheidung getroffen hat und Boris tatsächlich eine Fehlbesetzung sein sollte.

  60. Nadine. Dein Einsatz gegen Antisemitismus in allen Ehren, aber “die Antifa” gibt es ebensowenig “an sich” wie “den Juden”, “den Islam”, “den Deutschen”, “die CDU”, “den Piraten” oder sonst ein ideologisch imaginiertes Kollektiv. Simplifizierende Vorstellungen von “Gesinnungsgemeinschaften” derartiger Größenordnungen gehen völlig an der Realität vorbei und werden den einzelnen Menschen mit ihren unterschiedlichen Meinungen und Wünschen nicht gerecht. Insbesondere im Umfeld der Piratenpartei sollte dies eigentlich klar sein, wie ich finde.

    Du schreibst “die Antifa”, meinst jedoch “Linker Antiimperialismus” bzw. “Linker Antizionismus”(Beides gibt es auch von rechts, sowie aus der “Mitte”, letzteres mit parlamentarischer Macht ausgestattet). Das ist beides zum Ko****, aber nicht “die” Antifa. Genau das war auch eine der undifferenzierten Äußerungen seitens Boris, die natürlich zu Widerspruch führen, und wohl auch führen sollten – eben weil eine solche Äußerung so schlicht falsch ist. Da diese Äußerung dann auch noch im Ton ziemlich kämpferisch daherkam, kam der Widerspruch mit entsprechendem Ton zurück.

    Die schärfste Kritik an und die tiefgreifendsten Analysen bezüglich dieses Antiimperialismus und Antizionismus stammt von Antifas selbst. Als Beispiel ein Link zu einer Demo von “der Antifa”:

    http://www.youtube.com/watch?v=9H871YPLbPg

    Es ist also völlig daneben, und zeugt zu allererst einmal von Unkenntnis in der Sache, davon zu sprechen, dass “die Antifa” [insert anything here] ist/macht/will/whatsoever.

    Das Problem sind also nicht “die Linken” oder “die Antifa”, die *haben* ein Problem in eigenen Reihen, nämlich den Antisemitismus und den sogenannte “Antiimperialismus”(letzterer hat zudem eine offene Flanke zu antisemitismuskompatiblen Weltverschwörungstherien). Das Problem haben in Deutschland Teile *sämtlicher* politischen Strömungen. Man denke an Möllemann, Hohmann, Sarrazin. Oder dieser Typ aus der NRW-Piratenpartei, der in NRW einen Listenplatz haben wollte und in der Vorstellungsrunde deutlich machte, dass er seinen eigenen Antisemitismus nicht bemerkt(er wurde übrigens nicht gewählt). Probleme dieser Art also nur bei jenen zu verorten, die man evtl. aus ganz anderen Gründen als Feind auserkoren hat, hieße implizit zudem, die anderen politischen Strömungen seien davon frei. Das sind sie nicht, und dort muss ebenso hingesehen werden, und daher müssen die Probleme beim Namen genannt werden: Antisemitismus, Antizionismus, Chauvinismus, GMF, Rassismus, Sozialdarwinismus, Verschwörungstheorien, Deutschtümelei, usw.

    Ich hoffe, dass dies TurBor – zumindest mittlerweile und ansatzweise – durchaus klar ist, dass eine differenzierte Betrachtung wichtig ist. Und ich hoffe, dass auch du diese nötige Differenzierung ebenfalls nachvollziehen kannst, liebe Nadine.

  61. hohohomg der w. britzel denkt er kann “mehrheiten generieren” hahahah ymmd

  62. @Wolfgang Britzl:

    “Was ist PI überhaupt? 3,14159… oder was?”

    Was PI ist, wollte jemand, der beabsichtigt, sich politisch-inhaltlich zu betätigen, und sich an einer *einschlägigen* Diskussion beteiligt, die sich unter anderem *genau damit* beschäftigt, wissen. Und ich habe anhand deines Kommentars den Eindruck, dass dir durchaus bewusst ist, wer oder was mit “PI” gemeint ist.

  63. es gibt russische Juden die Nazis sind. Bin selber russische Jüdin. Wie naiv kann man da nur sein? Da gibt es hardcore Rassisten. Krasses Elitedenken inklusive extremem Rassismus. So wie bei Boris.

  64. Differenziert? So differenziert, wie die Antifa mit der DDR umgeht? Kostprobe?

    “Die linke Tageszeitung junge Welt wird aktuell von einer Hetzkampagne überzogen, nachem sie zum 50. Jahrestag des Mauerbaus der DDR ihren Dank ausgesprochen hatte. Man mag zur DDR, zur Mauer und zum Dank dafür stehen wie man möchte. Wenn jedoch Konservative, Rechte, ehemalige Linke oder sonstwer gegen eine linke Zeitung Front machen, gilt der jungen Welt unsere Solidarität.” (http://www.antifa.de/cms/content/view/1741/32/)

    Kein Wort vom Todesstreifen, den auf Jahrzehnte getrennten Familien oder den Maueropfern. Bedingungslose Solidarität mit der “Jungen Welt”. Das ist Eure tolle Antifa.

    “Mit der Veranstaltung Die radikale Linke und der realsozialistische Versuch soll dem nationalistischen Gedenkspektakel an die sog. “friedliche Revolution” und die “Wiedervereinigung” 1989/90 etwas entgegengesetzt werden.” (http://www.antifa.de/cms/content/view/1272/32/)

    Natürlich. Die verwechseln die Montagsdemonstranten mit ihrem eigenen schwarzen Block.

    “Am 3.10.1990 wurde die sozialistische DDR von der kapitalistischen BRD geschluckt. Von den gesellschaftlichen Errungenschaften wie kostenlose Gesundheitsversorgung, einheitliches Gesamtschulsystem, Bus und Bahn für symbolische 5 Cent, Hochschulzugang gratis, etc. wollte die West-BRD nichts wissen.” (http://www.antifa.de/cms/content/view/626/32/)

    Kostenlose Gefängnisaufenthalte, einheitlicher Militärdienst, Schreibverbot, Gratis-Stasibespitzelung für symbolischen Widerstand…

    “Seit dem Ende der DDR wurde die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald das Lieblingsprojekt von rechten Geschichtsrevisionisten alle Couleur. Nach der, hier zugegebenermaßen etwas verkürzt dargestellten, Gleichung: „Rot=Braun, Stalin=Hitler, Konzentrationslager=Gulag“ haben die geschichtlichen Säuberungs- und Verdrehungsakrobaten die Gedenkstätte zu ihrem wahren El Dorado auserkoren.” (http://www.antifa.de/cms/content/view/120/32/)

    Sorry, dafür kenne ich zuviele Leute persönlich, die in der DDR bespitzelt wurden, im Knast hockten oder “des Paradieses” verwiesen wurden. Dafür hab ich zu früh “Archipel Gulag” gelesen (mit 12, wenn Ihr es genau wissen wollt, nachdem ich mir mit 11 einen Film über die Räumung des Lagers Buchenwald angesehen habe, nachts, allein).

    Dafür bin ich folgendem Motto zu sehr verpflichtet, auch wenn es Voltaire, dem ollen Antisemiten, zugeschrieben wird: “Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.”

    Wenn Ihr die Auswirkungen der Meinungsfreiheit nicht zu ertragen glaubt, was habt Ihr dann in einer demokratischen Partei zu suchen?

  65. Nadine. Bei dir ist genau das gleiche zu diagnostizieren, wie bei den fanatischen “Israelkritikern”. Zuerst war die Meinung, danach kam das “Argument”, bzw. die “Kritik”. Widersprückliche Fakten werden schlicht verworfen.

    Hier noch ein Text von “der Antifa”:
    http://www.demoplaner.de/texte/103-was-ist-antideutsch-.html

    Da du permanent die Website “antifa.de” verlinkst, habe ich die Ahnung, du gehst bei “Antifa” von einer hierarchisch organisierten Organisation aus. Das Gegenteil ist der Fall. Unter diesem Label versammeln sich ebenso unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, wie unter dem Label “Piraten” oder “Anonymous”. Der einende Faktor ist lediglich die Opposition gegen den historischen Faschismus und seine zeitgenössischen Nachgeburten(NPD, Pro-NRW, REP, FPÖ, usw.).

  66. Hi,

    Er schimpft ja auch ziemlich über Antifa und Linke, ich fühle mich aber in keinster Weise angesprochen oder beleidigt, obwohl ich beides seit über 20 Jahren bin. Wenn ich ihn mal sehen sollte (im real life), werde ich versuchen, ihn vom Besseren zu überzeugen. Mit 140 Zeichen geht das nicht.

    Ich bin nun in der Antifa lange genug dabei, um seine Anti-Antifahaltung (die eigentlich nur eine Anti-Antiimp-Haltung ist), zu verstehen. Möglicherweise kennt er halt nur die Antiimps. Es gibt aber auch noch die Antideutsche Antifa, die israelsolidarische Linke um Publikative oder Exit und die Leute von Haskala Bayern.
    http://haskala-bayern.blogspot.de/

    Auf einem Erlanger Blog (http://blog.xwolf.de/2012/04/01/shitstormsbose-tweets-rassimusdebatten-und-ein-barendienst-immer-mal-wieder-tritt-er-ein-der/) kam ein interessanter Vorschlag: Live-Video-Diskussion.

    Würde ich sogar anbieten, eine Veranstaltung dazu zu organisieren.
    Boris und jemand von der israelsolidarischen Linken/Antifa. Cool. Würde höchst spannend. ;)

    Ich habe jetzt gerade die “Wochen gegen Rassimus” in Erlangen (mit)organisiert und eine Veranstaltungsreihe zum Thema “Antisemitismus” aufgelegt: http://blog-der-wendungen.blogspot.de/2012/03/veranstaltungshinweis-wochen-gegen.html

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