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Ich hatte es satt. Alle vier Jahre durfte ich mit meinem Kreuz beeinflussen, wer von nun an in der Politik unseres Landes das Sagen hat. Es wurden Versprechungen gemacht und Müntefering fand es sogar unfair, dass er als Politiker nach der Wahl an den Wahlversprechen gemessen wurde! Also habe ich – wie viele andere der fast 12.000 Piraten wohl auch – beschlossen, dass es an der Zeit ist, mehr Einfluss auf die Politik zu nehmen und wurde Pirat.

In einem Gespräch äußerte der Vorsitzende unseres Bundesvorstands kürzlich, dass er nicht verstehe, warum die Ausfälle eines Mitglieds des Bundesvorstands jedes Mal derartige Wellen schlagen. Ich habe ihm erklärt, warum ich Pirat wurde und wie zornig es mich macht, wenn ich nun wieder das Gefühl habe, ich dürfte einmal im Jahr die Mitglieder des Bundesvorstands wählen und egal was dann passiert, ich kann wieder nur zusehen.

Darum haben wir den Bundesvorstand mehrfach gebeten, etwas zu unternehmen um uns das Gefühl zu geben, dass wir nicht nur Stimmvieh sind! Und siehe da, in der letzten Telko des Bundesvorstands hatte man den Eindruck, dass Andi und Jens zugehört haben. Ich möchte mich lieber nicht darüber auslassen, was ich dachte, als unser Bundesschatzmeister Bernd mit seinem Rücktritt gedroht hat, falls etwas Entsprechendes beschlossen werde. Wieder hat ein Einzelner seine Macht demonstriert – herzlichen Dank!

Wolfgang hat heute in seinem Blog die Frage aufgeworfen, ob es nicht gut wäre, wenn eine 2/3-Mehrheit der Ländervorstände ein Bundesvorstandsmitglied aus dem Amt fegen können. Ich finde die Idee an sich im ersten Moment bestechend, weil es dann mehr Einfluss gäbe. Bei genauerer Betrachtung aber: es könnte dann passieren, dass eine Seilschaft aus einigen Landesverbänden an der Basis der Piratenpartei vorbei eine Mehrheit bildet und einen gewählten Bundesvorstand aus dem Amt kippt – und damit würde Macht von der Basis in die Hand von einigen gegeben. Ist es das, was wir wollen?

Ich denke, es wäre viel gewonnen, wenn ein Vorstand sich einfach immer wieder mal klar macht, dass er – wie Benjamin Stöcker es schön ausdrückt – der Basis mit seiner Arbeit dient. Vor allem sollte man sich hüten, seine Leistung als Erpressungsmittel einzusetzen, um seinen Willen gegen die Forderung von vielen durchzusetzen.

Also liebe Vorstände, haltet einfach mal kurz fest wie das war, als beim letzten Parteitag gewählt wurde: Ihr seid aufgestanden, habt gesagt, Ihr könnt das Amt ausfüllen, es wurde euch vertraut und Ihr wurdet gewählt. Jetzt macht, was einen guten Piraten ausmacht: zeigt, dass Ihr das Vertrauen verdient und nicht missbraucht. Ich nehme mich davon übrigens nicht aus.

Darum sage ich noch immer: Klarmachen zum Ändern

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Eine Antwort zu “Der Basis Macht”
  1. Mensch was ich alles so sage wenn der Tag lang ist!

    Schöner Blogpost! ;)

    lg

    Ben

  2.  
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