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Und da war noch der Vorstand einer Gliederung der Piratenpartei, der durch – vorsichtig formuliert – ungeschickte Postings in den Mailinglisten der Piraten für etwas Unmut unter seinen Piratenfreunden sorgte. Als er erkannte, dass dies nicht so gut ankam, hat er eine geniale Idee: Er gab an, dass dies seine private Meinung gewesen sei. Wie zur Unterstützung verfasste ein weiterer Vorstand an dieselbe Liste eine Mail in der er einen Teil des Inhalts mit einem Kennzeichen /*PIRVAT MEINUNG einschloss.
Dieses Vorgehen verschlägt mir die Sprache. Liebe Autoren in Mailinglisten, es ist sinnlos, einen Kommentar in eine Mail einzutragen um den dann folgenden Teil vor dem lesenden Publikum zu verstecken. Abonnenten von Mailinglisten sind keine Compiler, die bestimmt markierten Text überlesen. Ich glaube aber, der Autor weiß das.
Was mich zu der Vermutung veranlasst, dass der Autor sogar wollte, dass die Allgemeinheit seinen Text als Ganzes liest, der markierte Teil also nicht privat ist. Aber was bitte ist er dann? Will uns der Autor suggerieren, dass er zwei Meinungen hat und diese abwechselnd – oder gar gleichzeitig – präsent sind und den Weg in die Öffentlichkeit suchen? Ich verstehe diese Menschen nicht. Ich hoffe aber nicht, dass dies um sich greift und immer mehr Politiker anfangen, in der Öffentlichkeit eine Erst- und eine Zweitmeinung, vielbeschäftigte gar noch eine Drittmeinung zu äußern. Ich hoffe vielmehr, dass sie es weiter so machen, dass sie mit ihrer privaten Meinung genau das tun, wozu sie gedacht ist: sie behalten sie für sich!
In diesem Sinne – meine Meinung.
sekor

Und da war noch der Vorstand einer Gliederung der Piratenpartei, der durch – vorsichtig formuliert – ungeschickte Postings in den Mailinglisten der Piraten für etwas Unmut unter seinen Piratenfreunden sorgte. Als er erkannte, dass dies nicht so gut ankam, hat er eine geniale Idee: Er gab an, dass dies seine private Meinung gewesen sei. Wie zur Unterstützung verfasste ein weiterer Vorstand an dieselbe Liste eine Mail in der er einen Teil des Inhalts mit einem Kennzeichen /*PIRVAT MEINUNG einschloss.

Dieses Vorgehen verschlägt mir die Sprache. Liebe Autoren in Mailinglisten, es ist sinnlos, einen Kommentar in eine Mail einzutragen um den dann folgenden Teil vor dem lesenden Publikum zu verstecken. Abonnenten von Mailinglisten sind keine Compiler, die bestimmt markierten Text überlesen. Ich glaube aber, der Autor weiß das.

Was mich zu der Vermutung veranlasst, dass der Autor sogar wollte, dass die Allgemeinheit seinen Text als Ganzes liest, der markierte Teil also nicht privat ist. Aber was bitte ist er dann? Will uns der Autor suggerieren, dass er zwei Meinungen hat und diese abwechselnd – oder gar gleichzeitig – präsent sind und den Weg in die Öffentlichkeit suchen? Ich verstehe diese Menschen nicht. Ich hoffe aber nicht, dass dies um sich greift und immer mehr Politiker anfangen, in der Öffentlichkeit eine Erst- und eine Zweitmeinung, vielbeschäftigte gar noch eine Drittmeinung zu äußern. Ich hoffe vielmehr, dass sie es weiter so machen, dass sie mit ihrer privaten Meinung genau das tun, wozu sie gedacht ist: sie behalten sie für sich!

In diesem Sinne – meine Meinung.

sekor

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3 Antworten zu “Des Vorstands private Meinung”
  1. Stefan A. sagt:

    thx.

    Das ist mir so noch gar nicht klar geworden, stimme aber grundsätzlich zu.

    Ich stimme allerdings nicht unbedingt dahingehend überein, dass man nur eine Meinung haben kann, denn die ist immer abhängig vom Kontext, bzw der Domäne in der man sie äußert. Dies ist ein interessantes Zusammenspiel der Privatspähre mit der Meinungsfreiheit, weil Privatspähre natürlich auch bedeutet, dass man mehrere Meinungen vertreten kann – und dieses tut man meiner “Meinung” nach auch (automatisch).

    Hätte Aaron (Beispiel) bei einem Stammtisch seinen Freunden seine Meinung zu Minaretten erzählt, hätte das natürlich die gleiche inhaltliche Relevanz wie wenn er es in seinem Blog veröffentlicht. Aber es wäre eben an seinen Freunden gelegen, ob sie das weitertragen oder ob sie es überhaupt in dem Sinne verstehen, wie es im Falle Aaron getan wurde.

    Es ist also jeder in der Pflicht, seine *private* Meinung auch wirklich privat zu äußern und nicht nur Privat zu markieren. Oder die geschäftliche in einem geschäftlichen Kontext.

    Diese verschiedenen Meinungen müssen nicht immer unbedingt deckungsgleich sein (das ist vermutlich auch gar nicht möglich*), aber schizophren sollten sie auch nicht sein.

    Eine öffentlich abgegebene Meinung allerdings ist sinnlos als “privat” zu kennzeichnen. Das passt einfach nicht. Wenn ich meine Meinung auf einer ML der Partei äußere, ist das mindestens mein Partei-”Meinung”

    * Beispiel: Man arbeitet in einem Unternehmen, und dieses erwartet eine gewisse Konformität und Loyalität zu den Unternehmenszielen. Man unterdrückt unter Umständen Kritik, weil man wie auch immer geartete Befürchtungen hat. Im privaten Raum kann man diese aber durchaus ausdrücken.

  2. rxl sagt:

    Full Ack!
    Habe mir beim Lesen genau das Gleiche gedacht. Danke für’s Inwortefassen.

  3. WolfgangP sagt:

    Für mich ist das ganz einfach: Ich habe eine Meinung. Teile davon mache ich öffentlich, andere Teile sind für den privaten Kreis. Meine “private” Meinung ist also nicht für die Öffentlichkeit :)

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