Blitzkurs für Vorstandsblogger
Geschrieben von admin in Allgemein, tags: Blog, Meinung, Piraten, privat, Verantwortung, VorstandWie bloggt man eigentlich? Man sollte meinen, diese Frage sei doch ganz einfach zu beantworten: man denkt sich was und schreibt es dann.
Was aber, wenn man im Vorstand der Partei ein Amt innehat? Es ist genauso einfach, man denkt sich was und schreibt es dann.
Als Blogger kennt man das inzwischen, bei jedem Satz denkt man kurz nach, ob dieser Satz eine Abmahnung nach sich ziehen könnte – gut ist, wenn er weder Markennamen noch Anwälte namentlich benennt – man überlegt, ob die Anzahl der Kommata im Verhältnis zur Länge des Satzes stimmt und kommt zum nächsten Punkt. Alles ganz einfach.
Genau so macht man das als Piratenkapitän, Steuermann, erster Offizier oder Schatzmeister eben auch. Nur dass man neben der Sache mit der Abmahnung halt noch kurz die Medien, die Aktivenliste, die Leser der anderen Parteien, die kritischen Leser und die innerparteilichen Gegner und seine persönlichen Freunde mit in den Quickcheck aufnimmt. Check bestanden, ab damit und es kommt der nächste Punkt.
Nun hat man aber gelegentlich Themen, über die zu bloggen es nicht ganz so einfach ist. Themen, bei denen dieser Check nicht mal schnell durchdacht ist. Themen, die einen so heftigen Streit in der Partei auslösen, dass es sogar dazu kommt, dass Piraten von Bord gehen. Dann kommt ein weitere Option in Spiel. Man kann einen Beitrag nämlich auch noch von einem anderen Piraten, von der Großmutter, seinem Beichtvater oder sonst wem kurz Korrektur lesen lassen. Das ist keine Schande sondern bewahrt vielleicht vor Schaden. Gut ist, wenn der Blogger selbst auf diese Idee kommt, weniger gut ist, wenn ihm jemand anders diesen Tipp geben muss und eher schlecht scheint es, wenn es nicht als Tipp sondern als dringender Rat von den Kollegen im Vorstand kommt, weil man die Gefahr sieht, dass der Schaden für die Partei sonst katastrophale Ausmaße annehmen könnte.
Tja und genau das haben wir erlebt. Macht aber nix, es ist ja nochmal gut gegangen. Hoffen wir wenigstens, nehmen uns fest vor, künftig nicht mehr nur zu lesen, was andere geschrieben haben sondern es auch gleich festzuhalten.*
Außerdem überlegen wir, wen wir das nächste Mal wählen, wen nicht und warum nicht. So könnte eine aufregende Woche mit zahllosen Mails und ungezählten Stunden in Telkos ein ruhiges Ende nehmen, wäre da nicht noch ein Vorstandstreffen am Wochenende von dem man auch noch nicht weiß, was es so alles bringt.
In diesem Sinne, klarmachen zum äh, naja… schaumermal.
Stefan
* Jaja, die Internetausdrucker sind da eindeutig im Vorteil. Die können Dir nächstes Jahrzehnt noch zu lesen geben, was sie da eben bemängeln. Ich werde meine Strategie in diesem Punkt nochmal überdenken. Es aber selbstverständlich dann nicht bloggen, ich bin ja nicht dämlich.
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